Schiffsportrait der Norwegian Escape von Norwegian Cruise Line

Norwegian Escape: Mit dem ersten Kreuzfahrtschiff der „Breakaway-Plus-Klasse“ auf Kurzkreuzfahrt

Ist außer gestiegener Schiffsgröße und Passagierzahl wirklich alles „Plus“ auf der neuen „Norwegian Escape“?

Das erste Kreuzfahrtschiff der weiter entwickelten „Breakaway-Klasse“ hat die ersten Seemeilen mit Reisebüro- und Pressevertretern sowie den ersten, zahlenden Gästen hinter sich. Wir waren für fünf Nächte vom 23.-28-10.2015 an Bord und haben unsere persönlichen Eindrücke auf einer Kurzkreuzfahrt in einem Schiffsportrait zusammengefasst. Dabei lag unser Blickpunkt nicht nur auf den üppigen Hummer- und Kaviar-Auslagen der Reisebüro- und Pressefahrt, sondern auch auf den Rückmeldungen der ersten zahlenden Reisegäste. Wir haben kritisch geschaut, was außer gestiegener Schiffsgröße und Passagierzahl noch „Plus“ auf der neuen „Norwegian Escape“ ist.

Foto: Oceanliner Pictures

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Nach unseren durchweg positiven Eindrücken, die wir in den vergangenen Jahren an Bord der kleineren „Norwegian Breakaway“ und „Norwegian Getaway“ sammeln konnten, waren wir um so gespannter auf das nun folgende, weiter entwickelte Kreuzfahrtschiff – das erste der so genannten „Breakaway-Plus-Klasse“.

Deutlich erhöhte Passagierzahl und dennoch mehr Platz

Schon rein äußerlich fällt auf, dass die „Norwegian Escape“ in die Höhe gewachsen ist, denn es ist ein komplettes Kabinendeck hinzugekommen. Bis Deck 13 sind die Kabinenaufteilungen relativ identisch, auf Deck 14 sind dort wo bisher die Kommandobrücke war nun 2 zusätzliche The Haven Penthäuser und 6 Außenkabinen untergebracht. Die Kommandobrücke ist demnach um ein Deck nach oben, auf Deck 15 gewandert. Deck 15 ist nun nicht mehr das Pooldeck sondern ein neues Kabinendeck. Die folgenden Decks wanderten entsprechend ebenfalls in die Höhe. Betrachtet man die maximale Passagierkapazität der kleineren Schwester „Norwegian Breakaway“ und die der „Norwegian Escape“, dann ist die Passagierzahl bei Doppelbelegung der Kabinen um 285 Personen gestiegen. War die „Norwegian Breakaway“ noch 146.655 BRZ groß und 39,71m breit, so ist die „Norwegian Escape“ 165.157 BRZ groß und 41,5m breit. Die Besatzungsstärke ist dagegen mit 1.651 Mitarbeitern identisch geblieben. Zumindest in der Theorie stehen jedem Gast aber zwei Quadratmeter mehr Platz zur Verfügung.

Schaut man sich die oberen Decks an, so fällt auf, dass hier ein weiteres Teildeck mit Kabinen im exklusiven The Haven Bereich eingezogen wurde, auf Deck 5 sind dagegen einige Außenkabinen dem Kinderbereich „Splash Academy“ gewichen und auch auf Deck 8 ist die Kabinenanzahl aufgrund zwei neuer Restaurants reduziert. Das ändert jedoch nichts an der Gesamtkapazität der Passagiere. Die gewonnene Schiffsgröße steht den Passagieren in der Praxis nicht in vollem Umfang zur Verfügung und macht sich in den öffentlichen Bereichen nicht bemerkbar.

Der Reederei kann hier selbstverständlich kein Vorwurf gemacht werden, denn letztendlich geht es darum, möglichst viele Passagiere auf möglichst wenig Raum unterzubringen und am Ende steht alleine die Gewinnmaximierung. Die Passagiere sollen sich an Bord wohlfühlen, in Urlaubsstimmung kommen, Spaß haben und möglichst bereit sein Geld für Zusatzleistungen auszugeben. Dieses Konzept geht an Bord der „Norwegian Escape“ auf.

Wie sehen die Veränderungen im Inneren der „Norwegian Escape“ im Detail aus?

Unsere Kabine – die Schwachstellen sind geblieben

Wir bewohnen eine Familien Mini Suite der Kategorie M3 auf Deck 15. Die Aussicht von hier oben ist großartig. Mit einer Größe von 22m² sind diese Minisuiten nur minimal größer als die regulären Balkonkabinen eines Mitbewerbers. Die Beschilderung der einzelnen Decks an den Fahrstühlen erweist sich als gut durchdacht, was zum Teil auf den Kreuzfahrtschiffen anderer Reedereien nicht immer der Fall ist. Allerdings würden sich einige Kreuzfahrtgäste zur noch besseren Orientierung sicherlich über Hinweisschilder freuen, in welche Laufrichtung sich Bug oder Heck befinden. Auf einigen Kabinengängen dienen Fische auf dem Teppich als Orientierungshilfe. Die Schwimmrichtung ist auch die Fahrtrichtung. Diese Orientierungsmöglichkeit gibt es jedoch nicht in allen Kabinengängen und dürfte auch nur den wenigsten Passagieren an Bord bekannt sein.

Foto: Oceanliner Pictures

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Maximal ist die Kabine mit 3 Personen belegbar, von denen zwei in einem Kingsize-Bett und die dritte Person auf einem Schlafsofa nächtigt. Der mit zwei Stühlen und einem kleinen Tisch ausgestattete Balkon ist in seiner Tiefe im Vergleich zu den Vorgängerschiffen zwar um ca. 45 cm gewachsen, könnte aber immer noch etwas größer sein. Mit drei Personen ist er weiterhin nicht nutzbar. Familien mit Kleinkindern, die auf ein Babybett angewiesen sind, stoßen ebenfalls schnell an die Grenzen der Bewegungsfreiheit in der Kabine. Das Babybett kann tagsüber nicht stehen bleiben, sonst ist zwangsläufig der schmale Laufweg verstellt.

Ungünstig gelöst ist die Nutzbarkeit der Schreibgelegenheit direkt vor der Schlafcouch. Ist diese ausgeklappt, kann der Schreibtisch nicht mehr genutzt werden. Allerdings variiert die Aufteilung der Kabinen selbst in der gleichen Kategorie. Schon bei Buchung sollte also darauf geachtet werden. Das Bad überzeugt in seiner Größe und Ausstattung mit einem großen Waschbereich und zwei Wasserhähnen sowie einer großen Duschkabine in Komplettverglasung.

Der Stauraum und die vorhandenen Bügel sind in ausreichender Anzahl vorhanden. Immerhin stehen über 30 Bügel zur Verfügung, was auch bei einer 3er Belegung nicht zu knapp bemessen sein sollte. Nutzt man auch die Schränke um die Schreibgelegenheit herum, so reicht der Stauraum am Ende aus, in den Schränken jedenfalls ist davon zu wenig. Als störend erweist sich die Tatsache, dass über einigen Kabinen auf Deck 15 das Sonnendeck sowie der Kids Aqua Park liegen, was zwangsläufig zu einer unerwünschten Geräuschkulisse durch Liegen und laufende Kinder führt.

Jeweils ein USB-Stecker an den Nachttischlampen zum Laden der Mobiltelefone ist neu. Insgesamt gibt es 4 Steckdosen (3x mit US-Stecker, 1x mit Euro-Stecker), jedoch keine weiteren USB-Steckplätze am Schreibtisch.

Die Sauberkeit von Kabine und Bad verdienen die Note „sehr gut“, was keineswegs selbstverständlich ist – auch nicht auf einem Neubau der erstmalig mit Gästen in See sticht. Minibar, Safe, Fön und Flachbildschirm (US-Marke Solé) gehören zum Standard.

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Ausgedient hatten bereits auf der „Norwegian Breakaway“ und der „Norwegian Getaway“ die bekannten Türschildchen „Bitte nicht stören“ bzw. „Bitte die Kabine reinigen“. Moderne LED-Lämpchen zeigen an, ob man nicht gestört werden möchte oder eine Kabinenreinigung wünscht. Diese Lämpchen befinden sich nun idealer Weise nicht mehr oberhalb der Tür sondern direkt daneben. In der Kabine hat der Gast die Möglichkeit, entsprechende Schalter zu betätigen. Da man in der Kabine für die Aktivierung des Lichts, der Steckdosen und des Fernsehers die Kabinenkarte (oder Karte in gleicher Größe) in eine dafür vorgesehene Öffnung schieben muss, ist weiterhin jederzeit erkennbar, ob sich jemand in der Kabine befindet.

Akkus laden unerwünscht!

Immer noch nicht gelöst ist das Problem mit der Stromversorgung der Steckdosen in den Kabinen. Zieht man die Kabinenkarte beim Verlassen aus der Buchse, so kappt das auch die Stromzufuhr der Steckdosen. Das Laden von Akkus beim Verlassen der Kabine ist somit weiterhin unmöglich. Die Idee, eine Ersatzkarte beim Verlassen der Kabinen stecken zu lassen, funktioniert auch nur so lange bis der Kabinensteward sie entfernt. Auf Nachfrage sind diese aus Gründen der Energieeinsparung vom Kabinenpersonal aus dem Schlitz zu ziehen! Was soll das denn bitte? Akkus laden ist also unerwünscht oder nur mit Bewachung möglich.
Das ist definitiv kein Plus!

Beginnen wir aber nun mit dem Rundgang über das Kreuzfahrtschiff und fangen auf Deck 5 an.

Deck 05

Auf der „Norwegian Breakaway“ und „Norwegian Getaway“ ist Deck 05 ein reines Kabinendeck, auf der „Norwegian Escape“ zog in einem Teil davon nun der große Kinderbereich – die Splash Academy – ein. Ehemals erstreckte sich dieses Areal über zwei Decks in der Schiffsmitte von Deck 12 und 13, ist nun aber nicht weniger großzügig dimensioniert. Kinder von drei bis zwölf Jahren finden hier die passenden Räumlichkeiten um sich altersgerecht zu beschäftigen. Für unseren Geschmack wirken die Kinderbereiche aktuell noch sehr steril und kahl, werden sich im Laufe der Zeit aber sicherlich mit Spielutensilien füllen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Neben diversen technikbasierten Angeboten (Wii, PlayStation) werden kreative Malkurse, Bastel-Workshops und Thementage offeriert. Natürlich wird der komplette Bereich von ausgebildeten Kinder- und Jugendbetreuern überwacht.

Schade ist, dass in allen Räumlichkeiten weiterhin kein Tageslicht fällt. Die neue Positionierung auf Deck 05 dürfte gegenüber der bisherigen Lage zwischen den Kabinen auf Deck 12 und 13 deutlich angenehmer sein, denn nun durchlaufen die Kinder keine umliegenden Kabinenbereiche mehr. Für die Kinder stehen in Bereich der Splash Academy eigene Waschräume bzw. Toiletten in unterschiedlichen Größen zur Verfügung.

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Nicht neu ist der nun von den anderen Bereichen getrennt gelegene Bereich Guppies Nursery. Hier bietet Norwegian Cruise Line schon seit Einführung der „Norwegian Breakaway“ ein speziell betreutes Programm für die „Guppies“ von sechs Monaten bis 2 Jahren an. Kleinkinder können gegen eine Gebühr von 10 Dollar pro Stunde auch abends für maximal 4 Stunden in die Obhut erfahrener Nannys gegeben werden. Einem romantischen Abendessen, zum Beispiel in einem Restaurant an der Waterfront, steht Eltern nichts mehr im Wege. Für den „Notfall“ erhalten die Eltern einen „Pieper“, über den sie bei Bedarf benachrichtigt werden.

Ebenfalls auf Deck 5 liegt das private Speisezimmer The Private Room At Taste, welches für private Feierlichkeiten genutzt werden kann. The Private Room At Taste gehört zum Taste Restaurant auf Deck 6, einem von drei Hauptrestaurants auf der „Norwegian Escape“. Im Private Room At Taste findet darüber hinaus der exklusive Chef´s Table statt. Die Gebühr für dieses besondere, kulinarische Highlight beträgt aktuell rund 110,- US Dollar inkl. Getränke.

Deck 06

Auf Deck 06 befinden sich im hinteren Schiffsdrittel unverändert zwei der Hauptrestaurants, das Taste Restaurant auf der Steuerbordseite und das Savor Restaurant auf der Backbordseite.
Das Taste Restaurant bietet eine Auswahl unterschiedlicher, kulinarischer Köstlichkeiten und hält für jeden Geschmack die passenden Gänge bereit – gespeist wird hier à la carte. Die Atmosphäre ist stilvoll und modern zugleich. Die Menüs wechseln täglich, darüber hinaus werden spezielle Kreationen des Küchenchefs mit begleitenden Weinen offeriert.

Wie bereits gesagt, verfügt das Taste Restaurant jetzt über einen zusätzlichen Raum auf Deck 05, den Private Room At Taste, welcher für private Feierlichkeiten gemietet werden kann und direkt vom Hauptrestaurant aus zugänglich ist.

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Das Savor Restaurant bietet klassische Gerichte und eine ausgewogene Küche mit täglich wechselnden Menüs, die ebenfalls à la carte serviert werden. Das Ambiente ist auch hier klassisch modern, es dominieren helle und freundliche Farben.

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Es folgt das Teppanyaki Restaurant. In diesem japanischen Hibachi Restaurant gehören kulinarische Überraschungen und Gaumenfreuden zum Programm. Die Gäste sitzen quasi um einzelne Kochinseln herum, auf denen das Essen direkt vor den Augen zubereitet wird. Gleich ob Koteletts, gegrillte Steaks, Fisch oder Huhn, alle erdenklichen Variationen sind möglich. Dazu vielleicht einen passenden Wasabi-Cocktail? Kein Problem. Der Aufpreis für das Teppanyaki Restaurant beträgt derzeit 29,95 US$.

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Wir kommen in den hellen und offenen Bereich des Atriums, in dessen Mitte ein funkelnder Kronleuchter thront. Wie schon auf den beiden Vorgängerschiffen ist das sich über drei Decks öffnende Areal sehr von Licht durchflutet und durch gläserne, geschwungene Treppen miteinander verbunden. Der Kronleuchter wechselt je nach Tageszeit mehrfach die Farbe. Insgesamt ist das offene Atrium, wenngleich es von der Reederei nicht als solches bezeichnet wird, ansprechend und geschmackvoll gestaltet.

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Auf einer kleinen Plaza liegt der Außenbereich des Le Bistro French Restaurant. Insgesamt stehen im Außenbereich 10 Tische mit 24 Plätzen zur Verfügung, eine individuelle Umgestaltung erlaubt aber auch eine etwas erhöhte Platzanzahl. Das Restaurant überzeugt sowohl innen als auch außen durch sein französisches Ambiente und natürlich, noch viel wichtiger, durch seine französisch geprägte Küche. Die Gerichte werden hier a la carte berechnet.

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Gegenüber des Le Bistro French Restaurants liegt der Eingang zum Headliners Comedy Club, der auch als Konferenz- und Tagungsraum genutzt werden kann. Während der Abendstunden entpuppt sich der Headliners Comedy Club zu einer erstklassigen Location in der hochkarätige Künstler dafür sorgen, dass jeder einzelne Lachmuskel im Gesicht der Zuschauer aktiviert wird. Die Darbietungen sind in jedem Fall einen Besuch wert.

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Es schließt sich die Art Gallery an und das eigentliche, von Norwegian Cruise Line offiziell so bezeichnete Atrium. Aus unserer Sicht ist es eher eine sich über zwei Decks erstreckende Piazza, weniger ein Atrium, aber letztendlich spielt die persönliche Bezeichnung hier auch eine untergeordnete Rolle. Wir finden hier auf Deck 6 das Café At The Atrium mit angeschlossener Bar At The Atrium, die Rezeption und den Shore Excursion Desk. Auch eine kleine Ecke mit Internet Terminals, das so genannte Internet Café, entdecken wir. Internet Corner wäre hier die treffendere Bezeichnung. Da auf dem gesamten Schiff ein WLAN-Netz verfügbar ist und die meisten Reisegäste eigene Mobilgeräte besitzen, erklärt es sich fast von selbst, dass nur vier Internetterminals existieren.

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Eine Neuerung auf der Norwegian Escape ist der Supper Club im vorderen Schiffbereich. Wobei der Supper Club eigentlich keine Neuerung im eigentlichen Sinne ist, denn an dieser Stelle befand sich auf der „Norwegian Breakaway“ der Spiegel Tent bzw. auf der „Norwegian Getaway“ das Illusionarium. Statt spektakulärer Zirkusshow oder surrealer Magiershow wird dem zahlenden Gast nun bei einem mehrgängigen Menü eine ergreifende, musicalähnliche Darbietung geboten, die es in dieser Form auf See noch nicht gibt. Das Spektakel nennt sich „For The Record: The Brat Pack“. Der Gast wird mitgerissen in die Teenagerträume der 1980er Jahre und bekommt dazu klassische Soundtracks und bekannte Rock ’n’ Roll Rhythmen zu hören. Nicht jedem Gast in den ersten Reihen mag es gefallen, dass hier „die Hüllen“ der Künstler kurzzeitig sehr weit fallen und dabei das Essen auf den Tischen steht. Die Schauspieler passieren als Teil der Show die Tische nämlich in relativ geringem Abstand. Gerade aus Sicht der prüden Amerikaner ist diese Show sehr gewagt, wenn auch absolut phantastisch in ihrer Darbietung. Die wunderbare Show im Supper Club tröstet etwas darüber hinweg, dass hier keine Menüs zur Auswahl stehen. Da die einzelnen Gänge während der Show-Laufzeit serviert werden, erhält jeder Zuschauer die gleichen Speisen. Mag man diese nicht, so hat man im Prinzip Pech gehabt. Pro Person werden 29,95 US $ auf den vorderen und 24,95 US $ auf den hinteren Plätzen fällig.

Hinweis: Brat Pack (engl. „Göre“ oder „Balg“) ist übrigens eine Bezeichnung für eine Schauspielergeneration, die sich in den 80er Jahren in erster Linie in Cliquen-Filmen etablierte, in denen meist die selben Schauspieler zusammen auftraten. In der Regel kannten sich alle auch privat und wurden als wilde Partygänger bezeichnet.

Diese Dinner-Show katapultiert den Zuschauer für knapp 90 Minuten auf eine perfekte Weise in die 80er Jahre zurück. Unser Tipp: Absolut sehenswert!

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Deck 07

Unverändert geblieben ist das auf über 800 Personen ausgelegte Escape Theater im Bug des Schiffes. Im Vergleich zu anderen Schiffstheatern ist es eher schlicht gestaltet und erinnert mehr an einen Kinosaal. Dieser Eindruck wird durch die in den Armlehnen integrierten Getränkehalter verstärkt. Leider passen nur bestimmte Glasgrößen hinein. Interessant, wenn auch nicht neu, ist die Klimatisierung der Rückenlehnen. Durch die dort eingebauten Lüftungsschlitze wird ein effektiver Luftaustausch im gesamten Raum gewährleistet. Die beiden Hauptshows sind „The Million Dollar Quartett“ mit Musik von Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Johnny Cash und Elvis Presley aus dem Jahr 1956 und die Show „After Midnight“ mit Jazz-Klassikern von Duke Ellington und einer achtköpfigen Band. Unser Tipp: Die Show ist unbedingt sehenswert und zählt zu den besten auf den Weltmeeren.

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O´Sheehan´s Neoghborhood Bar & Grill liegt nur wenige Meter entfernt vom vorderen Haupttreppenhaus, im Herzen des 678 Ocean Place. O´Sheehan´s Neoghborhood Bar & Grill bietet klassische, amerikanische Küche in einer entspannten Pub-Atmosphäre. O´Sheehan´s Neoghborhood Bar & Grill hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Auf der Speisekarte stehen zum Beispiel Chicken Pot Pie und Fish n’ Chips sowie abends auch Menüs vom Prime Rib bis zur seltsam anmutenden Kreation aus Chicken & Waffles.

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O´Sheehan´s Neoghborhood Bar & Grill erstreckt sich um den gesamten oberen Bereich des von Norwegian Cruise Line so bezeichneten, zweistöckigen Atriums. Von diversen Plätzen aus bietet sich ein hervorragender Blick auf die über die gesamte Wandhöhe verlaufende Leinwand. Wie es sich für einen waschechten Pub gehört, gibt es auch einige Billardtische, Dartscheiben und zwei Bowlingbahnen.

Das (jetzt rauchfreie) Escape Casino wurde erweitert, die Shanghai´s Noodle Bar ist dieser Änderung zum Opfer gefallen. Den Verlust finden wir nicht wirklich schlimm, denn die ungünstige Lage inmitten eines Casinos haben wir auf der „Norwegian Getaway“ bereits kritisiert.

Wo einst der Nachtclub „Bliss Ultra Lounge“ zu finden war, ist nun die stylische Skyline Bar eingezogen. Diese Bar macht ihrem Namen alle Ehre, denn über riesige LED-Bildschirme an den Wänden erhält der Besucher Einblicke in unterschiedliche Metropolen sowie Ausblicke auf verschiedene Skylines, meist von US-Großstädten. Direkt an der Bar bieten Poker-Bildschirme für eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit für die Besucher.

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Auch wenn die neue Bar sehr ansprechend gestaltet ist und gemütliche Sitzgelegenheiten bietet, so zeigte sie sich während der fünf Tage an Bord meist verwaist und schlecht besucht. Ob das nun an der Gästestruktur lag oder ein dauerhaftes Problem werden wird, zeigt sich in den kommenden Monaten. Uns hat diese Bar ansich gefallen.

Das Dritte, große Hauptrestaurant ist der Manhattan Dining Room am Heck der „Norwegian Escape“. Er liegt dort wo bisher der Tropicana Dining Room lag. Die größte Veränderung ist der Name, denn optisch war er schon auf den beiden kleineren Schiffen sehr ansprechend. Die Veränderungen sind marginal, insgesamt erscheint er uns nun aber etwas heller und freundlicher. Gespeist wird hier à la carte. Die Plätze direkt im Bereich des saalartigen Zentrums erweisen sich während des Dinners als relativ laut, denn das Orchester spielt zwar sehr schöne Musikstücke, sorgt aber auch für eine entsprechende Schallquelle. Je nach Anlass kann die Mitte des Restaurants im Bereich des Saals zur Tanzfläche umfunktioniert werden.

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Deck 08

Genau über dem Manhattan Dining Room liegen die beiden Bezahlrestaurants Moderno Churrascaria und Cagney´s Steak House. Von diesen Restaurants aus hat man entweder einen Blick auf die sehr schön angelegten Außenbereiche der Waterfront oder aber in den Saal des Manhattan Dining Room.

Im Moderno Churrascaria (Aufpreis 24,95 US $) wird ein Dining-Erlebnis der besonderen Art gebogen, wenn auch dieses Restaurant auf der Norwegian Escape nicht neu ist. Jeder Gast erhält so genannte „Table Marker“ – kleine, runde Kärtchen – mit denen individuell angezeigt wird ob weitere Gänge serviert werden sollen oder nicht. Die rote Seite steht dabei für „Stop, jetzt bitte nicht“ und die grüne Seite für „bitte kommen“. Obwohl diese Art der „Kommunikation“ auf den ersten Blick schwierig erscheint und ohne „Blink Blink“ auskommt, erweist sie sich in der Praxis als sehr effektiv. Das aufmerksame Personal registriert recht schnell die „Meldungen“ der einzelnen Gäste. Für alle Gäste steht ein offenes, kaltes Buffet bereit, an dem sich jederzeit nach Belieben bedient werden kann. Die „warmen Gänge“ werden direkt vom Spieß aus tranchiert und knusprig frisch auf dem Teller serviert. Dieses Speiseerlebnis ist wirklich ein Hochgenuss und die Vielzahl der angebotenen Fleisch- und Fischsorten ist klasse. Besonders lecker ist das ebenfalls vom Spieß aus servierte BBQ-Chicken.

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Egal ob erstklassiges und extrem leckeres Angus Beef oder Jumbo Krabben gepaart mit Trüffel Pommes, im Cagney´s Steak House wird man garantiert fündig und verlässt es mit einem Lächeln im Gesicht. Bezahlt wird hier à la carte. Wie auch das Moderno verfügt das Cagney´s über einen schönen Außenbereich auf der Waterfront der Norwegian Escape.

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Nach einem ausgiebigen Dinner kehrt man in der direkt zwischen den beiden Restaurants platzierten Prime Meridian Bar ein. Der kleine Hunger zwischendurch wird im benachbarten Carlo´s Bake Shop gestillt. Hier, bzw. im Dolce Gelato ist leckeres Speiseeis zu bekommen. Der Shopbereich wurde vergrößert und vorher separiert angeordnete Geschäfte zu einem offenen Verkaufsbereich zusammengelegt. Das macht durchaus Sinn, denn so werden die Gästeströme besser gelenkt.

Die Photo Gallery ist weiterhin an selbiger Stelle zu finden, danach zeigen sich einige Neuerungen.

Wir befinden uns nun auf der mittleren Ebene des von uns so bezeichneten Atriums. Von hier aus bietet sich ein recht guter Überblick über die in diesem Bereich angesiedelten, öffentlichen Bereiche der drei verbundenen Decks.

Das Ocean Blue Seafood Restaurant ist dem Bayamo Restaurant gewichen. Auch das Bayamo Restaurant ist nicht im Reisepreis enthalten und wird à la carte berechnet. Das kubanisch-lateinamerikanisch inspirierte Bayamo Restaurant ist das erste Restaurant von Jose Garces, einem der weltweit renommiertesten Köche auf See. Benannt ist das Restaurant, in Anlehnung an die dort erhältlichen Menüs, nach der gleichnamigen Stadt Bayamo in Ost-Kuba.

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Von der Backbord- auf die Steuerbordseite umgezogen ist die Sugarcane Mojito Bar. Die an dieser Stelle befindliche Raw Bar existiert auf der Norwegian Escape nicht mehr. Der bisherige Platz der Sugarcane Mojito Bar wird gegenüber nun auch von einem vergrößerten Shopbereich genutzt. Die Sugarcane Mojito Bar liegt zudem direkt neben dem Bayamo Restaurant. Unmittelbar gegenüber von beiden Locations ist nun die Pincho Tapas Bar (ehemals Wasabi) zu finden.

Wie auch die Speisen im Bayamo Restaurant, zeigt sich der amerikanische Spitzenkoch Jose Garces für die Speisekarte in der Pincho Tapas Bar verantwortlich. Mit dem Unterschied, dass es hier keine kubanischen Leckereien sondern mediterrane Tapas nach spanischer Tradition auf der Speisekarte gibt. Auch hier wird nach Karte abgerechnet.

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„Guten Wein zu machen ist ein Handwerk, einen großen Wein zu kreieren hingegen ist eine Kunst.“

Dort wo bisher die geniale Ice Bar Furore machte, kommen Weinliebhaber in der neuen The Cellars Wine Bar auf ihre Kosten. Zusammengearbeitet wird hier mit Michael Mondavi, dem älteren Sohn des amerikanischen Weinpioniers Robert Gerald Mondavi. Der im Jahr 2008 verstorbene Robert Mondavi gründete zusammen mich Michael Mondavi sein eigenes Weingut im kalifornischen Oakville und machte sich mit völlig neuen Keller-Techniken aus denen einzigartige, erlesene Weine entstanden, weltweit einen Namen. Dazu ein Zitat von Robert Mondavi: „Guten Wein zu machen ist ein Handwerk, einen großen Wein zu kreieren hingegen ist eine Kunst.“ Diese Kunst kann man sich in der Cellars Wine Bar im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen lassen.

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Geblieben ist die Cigar Lounge, einen neuen Namen bekommen hat hingegen die ehemalige Sunset Bar. Hier liegt nun die Tobacco Road Liquor Bar, die an ihr Vorbild, die älteste Bar Miamis erinnern soll. Das Original mit der bis dahin ältesten liquor license ist inzwischen leider dauerhaft geschlossen, so dass hier an Bord der „Norwegian Escape“ ihr Geist weiterlebt. In der Bar erinnern diverse Fotos sowie eine Leuchtreklame an eine der damals beliebtesten Bars in Miami. Auf der Getränkekarte sind einige Original Cocktails zu finden, welche es nur in der Tobacco Road Bar in Miami gab.

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Frische Ofenpizza? Fehlanzeige!

Auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich weiterhin das La Cucina Italian Restaurant. La Cucina hält ausgewählte Speisen der Toskana bereit und wird in erster Linie Nudel- und Fischfans begeistern. Die Speisekarte ist üppig und abwechslungsreich, lässt allerdings typische, italienische Pizzas aus dem Steinofen vermissen. Für ein Italian Restaurant etwas verwunderlich, zumal es keine Alternativen an Bord gibt. Pizza findet man sonst nur noch im Buffet Restaurant Garden Café, dort allerdings nicht in jedem Fall ofenfrisch. Abgerechnet wird im La Cucina Italian Restaurant auch wieder à la carte.

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An Stelle des Grammy Experience liegt nun die 5 O´Clock Somewhere Bar.

Diese ist uns schon von der renovierten Norwegian Star bekannt und ähnelt dieser entsprechend in Ausstattung und Design. Die Bar ist ab 11:00 Uhr mittags geöffnet und schließt erst wenn der letzte Gast die Bar verlassen hat. Das kann dann auch schon mal in den Morgenstunden sein. In Jimmy Buffett’s 5 O’Clock Somewhere Bar soll dauerhaft happy hour herrschen, wozu karibische Live Rhythmen ebenso beitragen wie eine üppige Auswahl an Cocktails auf der Barkarte. Da die Bar über einen großzügigen Außenbereich verfügt und sich die Türen dorthin öffnen lassen, dürfte die Stimmung – entsprechende Klimaregionen vorausgesetzt – erst weit nach Mitternacht so richtig aufheizen. Für unseren Geschmack lag die Lautstärke der Musik zum Teil deutlich über dem erträglichen Maß. An Unterhaltung ist überhaupt nicht zu denken gewesen, an echte Partystimmung aufgrund von völliger Überfüllung eigentlich auch kaum. Aber das dürfte sich bei Nutzung der Außenbereiche deutlich entspannen.

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Dort wo auf der Norwegian Breakaway bzw. Norwegian Getaway Balkonkabinen waren, liegen nun auf der Backbordseite das The District Brew House und auf der Steuerbordseite das Food Republic Restaurant.

Offene Decken, der neue Trend?

Das neue District Brew House ist eigentlich kein Brauhaus, wie man es zum Beispiel von einigen anderen Kreuzfahrtschiffen kennt, denn hier wird kein Bier gebraut. Vielmehr überzeugt das Angebot aus 24 Bieren vom Fass und über 50 verschieden Biersorten aus der Flasche. Die Einrichtung ist rustikal, das Ambiente aber dennoch ansprechend. Sofern dieser Pub gut besucht ist, herrscht hier eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Ist es nämlich leer, dann hilft auch die beste Musik nichts. Spätestens hier fällt nun auch auf, dass es offenbar einen neuen Trend gibt – man verzichtet auf Deckenverkleidungen. In mehreren Räumen an Bord sind die sonst im Verborgenen liegenden Leitungen an der Decke einfach komplett mit schwarzer Farbe überzogen und sorgen für einen neuartigen, fast seltsamen Eindruck. Zum Teil sehen diese Bereiche unfertig aus. Der zur Wasserseite liegende Bereich erinnert dagegen an einen von Licht durchfluteten Wintergarten, was gut gefällt. Da das District Brew House, genau wie die Foos Republic über die Bordwand hinaus ragen, bieten sich wunderbare Ausblicke auch in Fahrtrichtung.

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Im Restaurant Food Republic wird eine Fusion aus Lebensmitteln und Kulturen der ganzen Welt (Fusion-Küche) offeriert. Schaut man sich die Auswahl genauer an, so ist ein leicht asiatischer Touch zu erkennen, denn Sushi aus Japan gehören ebenso zum üppigen Angebot wie Nudeln aus China. Kreiert wird alles von den Pubbelly Boys, welche die Restaurantszene in South Beach neu erfunden haben. Bestellt wird hier übrigens mit einem Tablet-PC direkt vom Tisch aus. Die Gerichte werden dann in der Küche speziell zubereitet und frisch serviert. Abgerechnet wird à la carte.

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Beide Locations sind Teil der auf der Norwegian Breakaway eingeführten Waterfront.

Die Waterfront ist auch weiterhin das eigentliche Highlight auf Deck 8, denn so viele Außenbereiche findet man derzeit auf kaum einem anderen Kreuzfahrtschiff. Norwegian Cruise Line legt wieder mehr Wert auf die Nähe zum Wasser, was auf einer Kreuzfahrt auch nicht unbedingt verkehrt ist. Kaum ein anderes Kreuzfahrtschiff bietet derart viel Meerblick, der nicht durch eine komplette Verglasung eingeschränkt wird. Die meisten der angebotenen Restaurants verfügen über wunderbare Außenbereiche, die wetterunabhängige Sitzgelegenheiten bieten. So kann man auch bei einem karibischen Schauer, der im künftigen Einsatzgebiet sicherlich einmal über das Schiff ziehen wird, genüsslich draußen speisen.

Ein abendlicher Spaziergang entlang der Waterfront gehört auch auf der „Norwegian Escape“ zu den besonderen Erlebnissen. Wenn am frühen Morgen die meisten Passagiere noch schlafen, ist es besonders idyllisch hier. Den ersten Sonnenstrahl des Tages genießt man an der Waterfront garantiert ohne Musik- oder Gästebeschallung.

Kein thematischer Schwerpunkt erkennbar

Einen kleinen Kritikpunkt in optischer Hinsicht haben wir aber. Erinnert die Waterfront auf der „Norwegian Getaway“ durch eine sehr ansprechende Bemalung an Miami South Beach, den Ocean Drive, Art Deco und das fröhliche Leben in Südflorida, so sind die Wände hier nun meist schlicht weiß oder einfarbig gestrichen.

Ein eindeutiger und klarer Themenschwerpunkt, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Schiff zieht, ist für uns auf der „Norwegian Escape“ nicht erkennbar. An Bord der „Norwegian Breakaway“ erinnert die Innengestaltung an New York auf der „Norwegian Getaway“ an Miami South Beach. Auf der „Norwegian Escape“ hätten wir uns gewünscht, dass wenigstens die sehr gelungene und optisch ansprechende Bugbemalung von Guy Harvey in irgendeiner Weise aufgegriffen wird.

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Begeben wir uns auf die oberen Decks. Zwischen Deck 9 und 15 befinden sich fast ausschließlich Kabinendecks. Alle Fotos der unterschiedlichen Kategorien finden Sie << hier >>.

Eine Ausnahme stellt die Studio Lounge auf Deck 11 dar.

Deck 11 beherbergt die Studio Lounge, einen exklusiven Bereich, der sich jetzt nur noch über ein anstatt bisher über zwei Decks erstreckt und zum Relaxen einlädt. Fernsehen, lesen, leckere Cocktails trinken oder unterhaltsame Gespräche führen – alles kein Problem für Gäste die ein Studio gebucht haben. Diese Studios sind mit einer Größe von 9 m² speziell für Einzelreisende konzipiert und äußerst stylisch eingerichtet. Das Bad ist in das Studio integriert, verfügt aber über eine abgetrennte Dusche in Vollverglasung. Außerdem hat man die Möglichkeit durch ein überdimensionales Bullauge in den Kabinengang zu schauen. Dieses Kabinenfenster ist natürlich verspiegelt und von außen nicht einsehbar. Die meisten Studiokabinen sind mit einer Verbindungstür versehen.

Die Studio Lounge ist an sich zwar, im Vergleich zur „Norwegian Breakaway“ und „Norwegian Getaway“, gewachsen, aber erscheint doch insgesamt nicht mehr so großzügig wie vorher. Einige Meter mehr in der Länge ersetzen nicht das nun fehlende Atrium in der Mitte der Lounge. Aus unserer Sicht hat die Lounge durch diese Veränderung etwas an Attraktivität verloren, sie ist nun von ihrer Gestaltung her eine Lounge wie jede andere.

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Deck 16

Beginnen wir im Buffet Restaurant Garden Café. Die Gestaltung ist ansprechend und versprüht nicht das manchmal anderswo zu findende Kantinenflair. Geschirr und Becher sind üblicher Weise aus Kunststoff, die Kaffeetassen immerhin aus Porzellan. Neu sind dabei die farblich unterschiedlichen Teller, die zuvor rein weiß waren. Die Tassen haben nun einen blauen Rand. Alle Mahlzeiten im Garden Café werden in Buffetform angeboten und sind im Reisepreis inkludiert. Die Qualität der Speisen hat uns insgesamt überzeugt, auch die kostenfreien Getränke aus dem Automaten sind durchaus genießbar. Die Sorten wechseln regelmäßig, was aber auch den Nachteil hat, dass die Favoritensorte nicht immer verfügbar ist.

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Lange Schlangen am Buffetbereich

Etwas ungünstig ist aus unserer Sicht die Anordnung der Buffetstationen, die automatisch zu einer langen Schlangenbildung führt. Will man nur eine Kleinigkeit vom Buffet haben, so ist zwangsläufig langes Schlangestehen angesagt. Sich mal eben zwischen die Mitreisenden „mogeln“ um ein einzelnes Brötchen oder eine einzelne Scheibe Wurst zu ergattern, führt zwangsläufig zu einer schlechten Stimmung unter den Wartenden. Es ist also ratsam, sich die Teller schon beim ersten Gang knallvoll zu laden, damit man anschließend keine 20 Minuten für ein einziges Croissant oder Ähnliches anstehen muss. Leider waren auch die Kaffeeautomaten morgens zur „Rush Hour“ regelmäßig leer. Immerhin wurde mit zusätzlichen, mobilen Geräten später für eine Lösung des Problems gesorgt. Bleibt zu hoffen, dass im regulären Kreuzfahrtbetrieb nicht so viele Kaffee-Genießer unter den Reisegästen sind. Fest steht, die Schlangenbildung ist kein Phänomen der Einführungsfahrten sondern dürfte auch vor Landausflügen in den Urlaubsdestinationen vorprogrammiert sein. Warum man kein anderes Konzept, zum Beispiel aus einzelnen, runden Buffetstationen einführt, ist für uns nicht recht nachvollziehbar. Der Buffetbereich wurde auch trotz gesteigerter Passagierzahl nicht vergrößert.

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Deutliche Veränderungen im Poolbereich

Das gesamte Pooldeck zeigt sich in einem neuen Gewand und erinnert kaum noch an die beiden Pooldecks von „Norwegian Breakaway“ und „Norwegian Getaway“. Wir sind uns nicht ganz schlüssig, ob diese Veränderungen nun ein „Plus“ sind oder eben einfach nur eine logische Veränderung im Sinne der zu Beginn angesprochenen Gewinnmaximierung. Aber der Reihe nach.

Der Aqua Park für die Kinder wurde umgestaltet. Verschwunden sind die lustigen Sponge Bob Figuren – ok, das ist kein Kritikpunkt. Die neuen Wasserkanonen werden sich sicherlich größerer Beliebtheit erfreuen. Ob dagegen die großen Eimer, die sich in regelmäßigen Abständen automatisch mit Wasser füllen und dieses in einer bombastischen Kaskade in die Tiefe stürzen lassen, für den von den Planern erhofften Badespass sorgen, bleibt abzuwarten.

Foto: Oceanliner Pictures

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Im mittig platzierten Pool stören nun keine Pfeiler einer Doppelröhren-Rutsche mehr das Bild, dafür sind an der Backbordseite neue hinzugekommen. Sie gehören zur neuen Familien Rutsche Aqua Racer. Der neue Aqua Racer macht richtig Laune! Man rutscht von einem 15m hohen Turm aus auf Schwimmreifen entweder alleine oder in einem Doppelreifen gemeinsam mit dem Kind durch eine mit visuellen Lichteffekten versehene Röhre. Gleich zu Beginn führt sie sogar über die Bordwand hinaus, dieser Teil ist durchsichtig. Der Aqua Racer ist im Vergleich zu den bisherigen Kreisel-Wasserrutschen aus unserer Sicht in jedem Fall ein „Plus“, wobei auch das eine persönliche Meinung ist.

Wir haben ein interessantes Video zur Empfehlung, welches den Spassfaktor der Aqua Racer Wasserrutsche besonders verdeutlicht:

 

Geblieben sind die beiden Free-Fall-Wasserrutschen, die von einer Firma in Kanada entworfen wurden. Bevor man in eine Art Schutzkäfig steigt, in dem nach Ablauf eines Countdown der Boden unter den Füßen wegklappt und man im freien Fall in die Tiefe saust, muss ebenfalls der gut 15 m hohe Turm erklommen werden, an dessen oberster Etage die beiden Rutschen installiert wurden.

Neu ist auch eine kleine Familienrutsche, verschwunden ist dafür eine Rutsche ähnlicher Bauart. Das Urteil, ob all diese Veränderungen in der Zusammenfassung nun ein „Plus“ sind oder eben einfach nur logische Veränderungen wie sie auf den Kreuzfahrtschiffen der gleichen Reederei eben üblich sind, kann jeder selbst fällen.

Komplett umgestaltet wurde der Bereich um den Main Pool bzw. den Market Place herum. Auf der „Norwegian Breakaway“ zeigten sich hier noch kleine Schwächen bei der Platzausnutzung, auf der „Norwegian Getaway“ wurde der verfügbare Raum perfekt genutzt und nun wirkt der gesamte Komplex auf den ersten Blick deutlich offener. Das liegt daran, dass die ehemals beiden Blöcke, die den eigentlichen Market Place bildeten, nun übereinander gelegt wurden. Dadurch entsteht im unmittelbaren Poolbereich eine Freifläche die für Sonnenliegen genutzt wird.

Fotos: Oceanliner Pictures

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Weniger Whirlpools, kaum mehr Freiflächen

Wirklich mehr Freifläche entsteht dadurch am Ende aber nicht, denn nun fallen die beiden, auf der „Norwegian Getaway“ verfügbaren Liegemöglichkeiten oberhalb der beiden Bars weg. Hintergrund ist, so vermuten wir, ohnehin ein anderer. Bisher fehlte auf dem oberen Sonnendeck – der Galerie um den Pool herum – eine Bar. Die gibt es jetzt in Form der Sun Deck Bar. Man kann diese Veränderung nun „Service am Gast“ nennen, der jetzt keine langen Wege mehr zurücklegen muss, um ein Getränk zu bestellen oder einfach wieder als „Gewinnmaximierung“ verbuchen. Die Bereitschaft Getränke zu konsumieren dürfte jetzt deutlich steigen. Ein „Plus“ ist diese Veränderung aber in jedem Fall.

Gut gelungen ist der ansich ebenfalls umgestaltete Main Pool, der nun im Randbereich über zusätzliche Sitzgelegenheiten verfügt. Neu sind auch die beiden großen Bildschirme oberhalb des Poolbereiches. Die beiden Whirlpools sind jetzt eckig statt rund und im Durchmesser um 20cm gewachsen. Von einem nennenswerten Größenzuwachs kann da zwar nicht die Rede sein. aber interessant ist das auffahrbare Sonnensegel über den beiden Whirlpools, diese Funktion ist neu. Was auf den ersten Blick kaum jemandem auffällt – es fehlen zwei Whirlpools! Waren bisher insgesamt 4 Whirlpools auf dem Sonnendeck, so sind es nun noch 2 – dafür geringfügig größere. Ist diese Veränderung nun ein wirkliches Plus? Wir lassen die Frage offen.

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Fitness Center und Beauty Salon sind in ihrer Größe identisch geblieben und auch nicht umgezogen, wenn man mal davon absieht, dass wir uns insgesamt nun ein Deck höher befinden. Auf der Norwegian Breakaway und Norwegian Getaway lag das Pooldeck auf Deck 15, auf der Norwegian Escape nun auf Deck 16! Den Grund haben wir bereits erläutert – es wurde ein Kabinendeck hinzugefügt.

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Der Bereich des Mandara Spa hat sich aufgrund von Änderungen bei den Kabinenkategorien nun etwas vergrößert. Die bisher an der Backbordseite gelegenen The Haven Courtyard Penthäuser und The Haven Familien Villen sind kleineren Spa Suiten gewichen. Die Penthäuser liegen nun auf Deck 17. Sicherlich glänzt das Mandara Spa nicht durch neue Größenrekorde aber es überzeugt uns dennoch durch seine ansprechende Gestaltung, den schönen Vitality Pool, den Salt Room und das umfangreiche Angebot an Anwendungen. So stehen nicht weniger als 50 (kostenpflichtige) Spezialbehandlungen auf der Angebotsliste.

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Neu ist der Snow Room, in dem arktische Temperaturen die Blutzirkulation im Körper anregen. Die Gestaltung ist allerdings etwas lieblos und besonders groß ist der Raum auch nicht. Die in der Vorankündigung gezeigten Sitzmöglichkeiten hat man wohl aus Gründen der Erfrierungsgefahr nicht realisiert.

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Deck 17

Der Haven Courtyard Bereich hat sich auffallend verändert. Insgesamt wirkt das komplette Areal zunächst deutlich großzügiger und ansprechender. Der neu gewonnene Freiraum zeigt sich in erster Linie im Innenhof, der nun wirklich einer ist und durch ein Magrodome Glasdach bei Bedarf geöffnet oder verschlossen werden kann. Das Glasdach an sich ist allerdings nicht neu, denn auf der „Norwegian Breakaway“ war ebenfalls eines installiert. Die „Norwegian Getaway“ zeigte sich entsprechend ihres wärmeren Fahrtgebietes hier komplett offen.

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Der vermeintlich gewonnene Freiraum wird durch ein weiteres, zusätzliches Kabinendeck erreicht. Der Innenhofbereich gewinnt dadurch an Höhe und ist optisch gewachsen. Überspitzt gesagt steht nun mehr „Flugfläche“ zur Verfügung, die aber von den Gästen wohl kaum genutzt werden kann! Der Größengewinn ist rein visuell, die Grundfläche ist unverändert geblieben.

Der Pool wurde umgestaltet und verfügt nur noch über einen Bereich an Relaxliegen (vorher zwei) im Flachwasserbereich. Dadurch gewinnt der eigentliche Pool an Größe. Diese Veränderung ist sehr gut gelungen. Ein kleiner, die Wand hinunter plätschernder Wasserfall rundet das neue Gesamtbild optisch ab. Die exklusive The Haven Lounge lädt zu einem abendlichen Plausch oder einem Cocktail an der Bar ein. Wir haben allerdings Steckdosen für den Anschluss von Laptops vermisst.

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Die Anzahl der The Haven Suiten und Penthäuser ist insgesamt von 42 auf 55 gestiegen, was nicht viel erscheinen mag. Letztendlich steht dem einzelnen Gast nun aber weniger Freifläche zur Verfügung, was gerade in so einem exklusiven Bereich sehr schade ist.

Wir laufen über die Galerie vorbei an der Sun Deck Bar in Richtung Heck, unter der Aqua Racer Rutsche hindurch und entdecken sogleich eine weitere Veränderung. Die Kletterwand auf der Rückseite des Schornsteins ist verschwunden. Der so gewonnene Platz wird für zusätzliche Sitzplätze des neuen Restaurants Margaritaville at Sea genutzt.

Beim Jimmy Buffet´s Margaritaville at Sea handelt es sich um das erste Margaritaville Burger-Paradies auf See. Die Margaritaville Restaurants sind in vielen Großstädten der USA sowie auch auf Key West vertreten. Auf der Speisekarte entdecken wir eine scheinbar unendliche Auswahl an Burgern, die alle individuell und frisch zubereitet werden. Dieses Restaurant kostet keinen Aufpreis.

Jimmy Buffet´s Margaritaville at Sea ersetzt das bisherige Restaurant Flamingo Bar & Grill.

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Für Teens steht die Entourage Teen Lounge sowie eine Video Arcade bereit und sorgt für abwechslungsreiche Bespaßung bei den Jung-Kreuzfahrern. Die Entourage Teen Lounge ist der einzige Kinder- bzw. Jugendbereich mit Fenstern.

Wir kommen zum Heck der „Norwegian Escape“ und stehen inmitten des Spice H2O, der ausschließlich erwachsenen Kreuzfahrtgästen vorbehalten ist. Der schon immer sehr ansprechende und theaterförmig angelegte Bereich hat sich nicht grundlegend verändert und überzeugt noch immer in seiner Gestaltung. Die Anzahl an Korbstühlen und Sonnenliegen dürfte in etwa identisch mit denen auf der „Norwegian Getway“ sein, die Sonnenschirme sind hier blau und nicht rot.

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Eine Bar, eine große Anzahl an Sonnenliegen, eine Videoleinwand und eine Art Grotte mit Wasserfall sorgen für das perfekte Urlaubserlebnis bei den Erwachsenen. Die Wasserfälle gab es bereits auf der „Norwegian Getaway“, dieser wurde hier aber zu einer Art Felslandschaft bzw. einer kleinen Grotte ausgebaut. Ob das nun eine Aufwertung ist oder besser gefällt, ist auch hier eine Sache des persönlichen Geschmacks. Die Felslandschaft ist sogar für Rollstuhlfahrer befahrbar! Für unseren Geschmack war die „Norwegian Getaway-Variante“ aufgrund der offenen, von Licht durchfluteten Gestaltung, ansprechender.

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Hat der Durchgang vom hinteren Treppenhaus zur Spice H2O Zone auf der „Norwegian Getaway“ noch an die bunten Straßen in Miami South Beach erinnert, so sind die Wände hier kahl und schlicht weiß. Wurde man auf der „Norwegian Getaway“ von einem riesigen Wandbild mit der Aufschrift „Welcome to Miami Beach“ begrüßt, so ist hier einfach gar nichts. Auch das ist schade aus unserer Sicht. Von einer perfekten Illusion kann bisher auf der „Norwegian Escape“ keine Rede sein. Dadurch wird das Schiff künftig natürlich auch austauschbarer in Bezug auf die Einsatzregionen. Norwegian Cruise Line legt sich gestalterisch nicht auf ein Fahrtgebiet fest, wenngleich dies in den Medien auch etwas anders dargestellt wird.

Deck 18

Hier finden wir den vergrößerten Hochseilgarten der „Norwegian Escape“. Der Hochseilgarten erstreckt sich nun über drei Ebenen, die noch einmal spektakulärer aufgebaut sind als auf den Schiffen der Breakaway-Klasse. Insgesamt verfügt der Hochseilgarten der „Norwegian Escape“ über drei Ziplines, eine hinter dem Schornstein und zwei weitere an den Außenseiten des Klettergartens. Die beiden äußeren, an Steuerbord- und Backbord gelegenen Ziplines ragen über die Bordwand hinaus.

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„The Plank“, auf der man 2,5m über die Bordwand hinaus laufen kann, gibt es nun zwei Mal. Eine dieser „Planken“ befindet sich auf der Steuerbord- und eine auf der Backbordseite. Wer möchte, kann sich nun gleich einen doppelten Adrenalinkick verschaffen. Genau genommen sorgen auch die drei Ziplines für einen solchen. Spektakuläre Momente kommen also im Hochseilgarten der „Norwegian Escape“ nicht zu kurz.

Ersatzlos verschwunden ist der Spider Web Kletterkäfig mit seiner sieben Meter hohen Spiralrutsche. Der Minigolf Platz hingegen ist geblieben.

Im vorderen Bereich von Deck 18, auf der mittleren Ebene vom exklusiven The Haven Areal, liegt nun das The Haven Restaurant. Dieses exklusive Restaurant für die Bewohner des The Haven Bereichs ist nun etwas größer und neu angeordnet, wodurch weitere Tischplätze am Fenster zur Verfügung stehen. Außerdem ist es auf diesem Deck getrennt vom eigentlichen The Haven Bereich und der The Haven Lounge. Das The Haven Restaurant hat nun auch einen Außenbereich mit Sonnensegel. Wir finden diese Änderungen insgesamt sehr gelungen.

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Deck 19

Wo ist die Exklusivität geblieben?

Die Steuerbordseite ist abgetrennt für die Bewohner der The Haven Kabinen und mit hochwertigen und gemütlichen Relaxliegen ausgestattet. Allerdings fehlt uns auch hier das gewisse Quäntchen an Gemütlichkeit bzw. an Charakter. Den gleichen Eindruck erhalten wir im angrenzenden Vibe Beach Club.

Foto: Oceanliner Pictures

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Waren im Vibe Beach Club auf der „Norwegian Breakaway“ noch gemütliche Korbbetten aufgestellt, auf denen es sich wunderbar träumen und relaxen ließ, so gibt es auf der „Norwegian Escape“ nur noch reguläre, wenn auch hochwertigere Sonnenliegen. Verschwunden sind auch die großen Entspannungsinseln. An Bord der „Norwegian Getaway“ war die Illusion perfekt, man hätte sich genau so gut an einem Strandabschnitt in South Beach befinden können und nicht auf einem Kreuzfahrtschiff. Hier auf der „Norwegian Escape“ ist auch alles Illusion – aber eher das Gefühl sich im exklusivsten Bereich des Schiffes zu befinden. Wo ist hier die einstige Exklusivität geblieben?

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(Hinweis zum Foto: Die Auflagen der Sonnenliegen wurden durch einen recht starken Wind hin und her geweht, regulär liegen sie ordentlich auf den Liegen)

Zwei zusätzliche Whirlpools im öffentlichen Bereich

Sehr positiv dagegen sind die Veränderungen auf der für alle Gäste zugänglichen Backbordseite von Deck 19. Hier laden nun zwei gleichwertige Whirlpools zu einem ausgedehnten Besuch ein. Dazu gibt es einen grandiosen Blick auf das Meer, denn die Whirlpools stehen seitlich über die Bordwand hinaus. Eine Bar sorgt für die nötige Erfrischung zwischendurch.

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Die Bewohner aller Kabinenkategorien kommen hier in den Genuss eines ähnlichen Standards wie im exklusiven Vibe Beach Club oder The Haven Bereich. Einerseits ist dies durchaus als positiv zu bewerten, nimmt aber auch die Exklusivität für die Bewohner der deutlich teureren Kabinen und Suiten. Abgesehen von den hochwertigeren Sonnenliegen erkennen wir auf den ersten Blick keinen Unterschied mehr zwischen allen Bereichen.

Für die Bewohner der unteren Kabinenkategorien ist diese Veränderung in jedem Fall ein „Plus“ und steigert die Hochwertigkeit des öffentlichen Bereiches deutlich. Andere Reedereien sperren in der Regel das komplette, oberste Deck in Bugrichtung für die besser zahlenden Reisegäste ab.

Auf der „Norwegian Escape“ ermöglichen Unterbrechungen in den Glasabtrennungen eine freie Durchsicht und das Fotografieren in alle Richtungen des Schiffes. Wir betonen diese Tatsache deshalb, da viele Reedereien die Außendecks inzwischen mit geschlossenen und sogar getönten Glasscheiben verbauen. Sind diese dann noch mit einer Salzkruste überzogen, ist jede freie Sicht versperrt.

Auf Deck 19 liegt der Eingang zum Aqua Racer und zum Ropes Course bzw. dem Hochseilgarten.

Deck 20

Deck 20 dient ausschließlich als Zugang für die beiden Free Fall Wasserrutschen auf dem entsprechenden Turm, der über einen eigenen Eingang verfügt.

Unser Fazit – keine Spur von Premium

Sicherlich könnten wir noch weitere Details des neuen Schiffes von Norwegian Cruise Line aufführen, aber letztendlich sind alle Meinungen, Geschmäcker und Empfindungen verschieden, so dass jeder dieses Schiff einmal selbst auf einer der Kreuzfahrten ab/bis Miami erleben sollte. Als persönliches Fazit stellen wir fest, dass nicht alles „Plus“ an Bord ist und insbesondere im Vergleich zur „Norwegian Getaway“ einige Minuspunkte zu verzeichnen sind.

Wir sind sicher, dass man die amerikanische Zielgruppe mit diesem Schiff begeistern wird und auch der europäische Geschmack dürfte wenigstens in einigen Bereichen getroffen worden sein. Letztendlich ist die „Norwegian Getaway“ aus unserer Sicht das insgesamt perfektere Kreuzfahrtschiff. Leider hat man in Bezug auf Exklusivität und Luxus auch im exklusiven The Haven Bereich auf der „Norwegian Escape“ in einigen Punkten einen Rückschritt gemacht. Obwohl die mögliche Passagierzahl, auf allen drei von uns kombinierten Kurzkreuzfahrten, nicht ausgereizt wurde, entstand an vielen zentralen Orten an Bord der Eindruck von Überfüllung. Die Resonanz beim Frühstücksbuffet im Garden Café ist sicherlich bei bevorstehenden Landausflügen in der Karibik ähnlich. Wenn der Morgen dann damit beginnt, 20 Minuten in der Warteschlange auf ein Croissant warten zu müssen, dann kommt bei uns keine Urlaubslaune auf. Wir wollen die Negativliste nun nicht verlängern, denn das neue Kreuzfahrtschiff muss seinen Platz im Markt erstmal finden.

Aus unserer Sicht ist dies der Massenmarkt und von einem Premium-Produkt ist man zumindest hier noch weit entfernt!

Die ersten Rückmeldungen zahlender Gäste bestätigen unsere Eindrücke derzeit. Es bleibt nun abzuwarten, wohin sich dieses Meinungsbild entwickeln wird.

Die Schiffsdaten auf einen Blick: 165.157 BRZ, 20 Decks, 4.248 Passagiere, 325,90 m Länge, 41,5 m Breite, 8,30 m Tiefgang

  • Die gesamte Bildergalerie der Norwegian Escape finden Sie << hier >>
  • Alle Kabinenfotos der Norwegian Escape finden Sie << hier >>
  • Einen weiteren, interessanten Bericht zur Norwegian Escape von Schiffe-Emden.de finden Sie << hier >>

Die Norwegian Escape fährt ganzjährig ab Miami durch die östliche Karibik. Die Taufe findet am 09. November in Miami statt.

Eine tolle Zusammenfassung mit bewegten Bildern gibt es auch im folgenden Video:

 

(Gastautor: Oliver Asmussen von kreuzfahrten-mehr)

https://www.schiffsjournal.de/norwegian-cruise-line-angebote/