Reisebericht Teil 2: Antarktis Kreuzfahrt mit der MS Hamburg von Plantours Kreuzfahrten

Besuch in der Whalers Bay auf Deception Island, Neko Harbor, Paradise Harbor und Fahrt durch die Gerlache-Strasse

Tag 6: 07. Januar 2017 – Whalers Bay, Deception Island, Antarktis

Ein verwirklichter Lebenstraum

Seit vier Tagen sind wir nun mehr oder weniger auf See und kreuzen zwischen dem Beagle-Kanal und den Südlichen Shetlandinseln herum, sitzen das schlechte Wetter an Bord aus und hoffen, dass nicht weitere Anlandungen gestrichen werden müssen. Gerne betonen wir an dieser Stelle noch einmal, dass einem Großteil der Reisenden durchaus bewusst ist, dass es in der Antarktis keine festen Routenpläne gibt und die Durchführung aller Anlandungen komplett vom Wetter abhängen. Dennoch wäre es wohl arg übertrieben zu sagen, dass niemand enttäuscht wäre, wenn er nach mehr als 30.000 Reisekilometern am Ende wieder in Deutschland landen würde, ohne einen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt zu haben. Bei den veranschlagten Reisepreisen fährt man in der Regel auch nicht einfach im nächsten Jahr wieder hin, für viele Reiseteilnehmer ist diese Kreuzfahrt ein verwirklichter Lebenstraum.

Seit ungefähr zwei Stunden sehen wir die schroffen Felsen von Deception Island auf unserer Backbordseite. Wir können nur erahnen was sich auf dieser Insel verbirgt und haben immer noch keine Vorstellung davon, wie sie denn nun wirklich aussieht, die Antarktis. Offen gesagt erinnert die karge Felslandschaft von Deception Island auch überhaupt nicht an die Antarktis. Wo sind die Gletscher und wo sind die Berggipfel auf denen sich der Schnee meterhoch türmt?!

Es ist genau 12:18 Uhr, als wir Deception Island einmal komplett umrundet haben und dabei jede Schattierung des trostlosen, braunen Vulkangesteins bis ins Detail bestaunen durften. Kapitän Igor Gaber schaut mit kritischem Blick auf die Wettervorhersagen für die kommenden Stunden. Der Wind wird weiter abnehmen, ist sein Ergebnis nach dem Studieren der Daten. Das bange Warten und Hoffen, dass unsere erste Anlandung in der Antarktis glücken wird, hat ein Ende „Der Kurs auf die enge Einfahrt in die Caldera liegt bereits an“, lässt er uns wissen.

Deception Island ist keine Insel im klassischen Sinne sondern ein aktiver Vulkan, der nur noch aus dem ringförmigen Rest einer Caldera besteht, die an einer Seite soweit offen ist, dass Schiffe in den gefluteten Kratersee fahren können. Durch diese Einfahrt bläst meist ein kräftiger Wind, welcher die Schiffe auf die unter der Wasseroberfläche liegenden Felsen drückt. Aufgrund dieser Eigenschaften wird die Einfahrt auch Neptune´s Bellows (Neptuns Blasebalg) genannt. Neptun hat heute offenbar Erbarmen mit den, sich nach einem Landgang sehnenden, Passagieren an Bord der MS HAMBURG und bläst nur mäßig durch seinen Blasebalg. Die Einfahrt gelingt, die Freude bei den Reisegästen ist entsprechend groß.

Foto: Oceanliner Pictures

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Deception Island gehört zu den Südlichen Shetlandinseln und die Aktivität des Vulkans ist in Form andauernder Fumarolentätigkeit wunderbar zu erkennen, allerdings nur bei Ebbe. Sogar Baden kann man dann in Strandnähe an der Whalers Bay. Aktuell ist jedoch Flut. Das macht aber nichts, denn die Hauptsache ist, dass wir überhaupt an Land können. Der letzte Ausbruch des Vulkans fand im Jahr 1970 statt, die höchste Erhebung dieser unbewohnten Insel stellt der 540m hohe Mount Pond dar. Beim letzten Ausbruch entstand die heutige Form bzw. die mit Wasser gefüllte Caldera, welche einen Durchmesser von 14 Kilometern aufweist. Deception Island wird gerne von Kreuzfahrtschiffen auf den Antarktis Kreuzfahrten angesteuert, denn die Einfahrt in den Kratersee ist ein echtes Highlight.

Der Anker fällt und die Zodiacs werden zu Wasser gelassen. Die Einteilung zu den nun bevorstehenden Anlandungen erfolgt nach einem Farbsystem, welches in einem Rotationsverfahren die jeweiligen Farbgruppen bei den Anlandungen in einer anderen Reihenfolge drankommen lässt. Das garantiert ein faires Verfahren und keine Farbgruppe wird bevorzugt bzw. benachteiligt.

Foto: Oceanliner Pictures

Foto: Oceanliner Pictures

Gleich nach der Anlandung erwartet die Gäste das recht gespenstische Bild einer früheren Trankocherei bzw. einer ehemaligen Forschungsstation. Wir befinden uns in einer verlassenen Welt. Zumindest solange, bis die ersten Zügelpinguine auf uns aufmerksam werden und aus dem Wasser heraus an den Strand hüpfen. Es ist unsere erste Begegnung mit Pinguinen an Land und wir wurden vorher natürlich genauestens eingewiesen, wie wir uns bei Begegnungen zu verhalten haben. „Nicht hinlaufen, mindestens 5m Abstand einhalten, keine hektischen Bewegungen, Pinguine haben immer Vorfahrt“, lauteten nur einige der Anweisungen die wir uns sorgsam eingeprägt haben.

Animationsprogramm für Touristen auf Deception Island

Voll motiviert und rücksichtsvoll halten wir uns selbstverständlich an diese Anweisungen, denn wir wollen diese ängstlichen Tiere ja nicht verschrecken oder in ihrem natürlichen Lebensraum stören. Aber Moment, die possierlichen, etwa 70cm großen Polarbewohner kommen ja freiwillig immer näher. Ok, wir halten den Abstand von 5m natürlich ein und weichen bereitwillig zurück. Nach einer halben Stunde auf Deception Island entwickelt sich dieses Prozedere dann allerdings irgendwie zu einem Nachlaufspiel für die Pinguine bzw. Animationsprogramm für Touristen. Wir ändern also unsere Taktik und bleiben stehen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Na immerhin, näher als einen Meter wagen sich die Zügelpinguine nicht an uns heran. Ob sie uns für bunte, größere Artgenossen halten? Vielleicht sind sie auch kurzsichtig oder studieren unsere Verhaltensweise? Angst haben sie jedenfalls keine. Wie auch immer, diese Erfahrung und das erste Zusammentreffen mit den watschelnden, entzückenden Tierchen ist völlig anders als erwartet und – zugegeben – sehr amüsant. Auffallend ist, dass sie durchaus menschliche Verhaltensweisen zeigen, mehr dazu später. Die Insel hat nämlich doch noch einige „Sehenswürdigkeiten“ mehr zu bieten als die Zügelpinguine, die hier unmittelbar in der Whalers Bay übrigens nicht in einer Kolonie vertreten sind und demnach auch nicht brüten.

Wir schauen uns nun die bei der Anlandung gesichteten Kessel und Tanks der ehemaligen Trankocherei aus der Nähe an.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die ganz besondere Faszination eines verlassenen Ortes

Von 1910 bis 1931 befand sich in der Whalers Bay die südlichste Trankocherei der Welt, welche von der norwegischen Hector Whaling Company betrieben wurde. Die Ruinen sind bis heute relativ gut erhalten, insbesondere die großen Kessel und Tanks. Diese dienen einigen Möwen nun als Brutplatz. In unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Trankocherei findet man die Überreste von einem Friedhof mit ehemals 45 Gräbern aus der Walfängerzeit, welche bei den  jüngsten Vulkanausbrüchen komplett verschüttet wurden. Am alten Standort erinnern zwei symbolisch errichtete Gräber in Form von Steinhaufen, deren Mitte jeweils ein Holzkreuz bildet, an seine Existenz.

Foto: Oceanliner Pictures

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Als Tran bezeichnet man das „Fischöl“, welches durch Erhitzen, Auspressen bzw. Ausschmelzen des Fettgewebes von Walen und Robben gewonnen wurde. Der durch diese Prozedur entstandene Waltran wurde beispielsweise bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Lampenöl genutzt. Heute sind alternative Rohstoffe wie Pflanzenfette und Petroleum an seine Stelle getreten. Fischöl wird derzeit nur noch in der Futtermittelindustrie genutzt.

Im Jahr 1944 errichteten die Briten die erste Forschungsstation auf Deception Island, die bis in die 1960er Jahre für die Flüge der British Antarctic Survey (BAS) genutzt wurde. Die Station war von 1944 bis 1969 besetzt, der Flugzeughangar am Nordende der Whalers Bay ist bis heute erhalten geblieben. Ein lange Zeit dort stehendes Flugzeugwrack vom Typ DHC-3 Otter ist inzwischen entfernt worden. Am 5. Dezember 1967 wurde die Station nach vulkanischen Aktivitäten kurzzeitig geräumt, ebenso die chilenischen Forschungsstationen Pedro Aquirre Cerda und Gutierrez Vargas. Eine erneute Räumung erfolgte am 21. Februar 1969 aufgrund wiederholter Eruptionen, zwei Tage später ist die Station zerstört worden.

Foto: Oceanliner Pictures

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Deception Island hat noch eine weitere, besondere Bedeutung, denn von hier aus startete 1928 Hubert Wilkins zum ersten motorisierten Flug in der Antarktis, welcher entlang der Gerlache Strasse über die Berge der Antarktischen Halbinsel führte und nach 2.100 km wieder auf Deception Island endete.

Ein besonderer Reiz geht von den alten Gebäuden der Forschungsstation aus, die man zwar nicht betreten darf aber das Innenleben durch zerbrochene Fenster oder verschwundene Türen hervorragend bestaunen kann. Für den Bau wurden seinerzeit ausschließlich massives Holz oder Stahl verwendet, der Erhaltungszustand beider Materialien ist auch nach Jahrzehnten durchaus gut. Hier und da liegen noch alte Elektrogeräte herum, die inneren Wandverkleidungen sind bereits Wind und Wetter zum Opfer gefallen und so manche Außenwand hielt den harten Bedingungen ebenfalls nicht mehr Stand. Sehr gut können wir uns aber vorstellen, wie all diese Gebäude voller Leben steckten und genutzt wurden. Die ganz besondere Faszination eines verlassenen Ortes mit seiner Geschichte ist es, die hier die Gedanken schweifen und der Phantasie freien Lauf lässt.

Foto: Oceanliner Pictures

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Ein Besuch auf Deception Island ist in jedem Fall abwechslungsreich und durchaus interessant, sofern man etwas für verlassene Orte übrig hat und geschichtliches Interesse mitbringt. Wer Kolonien von Pinguinen und eine großartige Eislandschaft erwartet, der ist hier definitiv falsch. Die karge Vulkanlandschaft fasziniert auf eigene Weise. Am Ende des Tages war der Besuch auf Deception Island ein hervorragender Auftakt für unsere Antarktis Kreuzfahrt!

Hatten wir eigentlich erwähnt, dass wir bei unserem Landgang großzügig mit Sonnenschein beglückt wurden? Am Morgen noch fegte ein Schneesturm über die Berggipfel und wenige Stunden später tropft der durch die warmen Sonnenstrahlen geschmolzene Schnee in Form von kristallklarem Wasser wieder von den Dächern der Baracken auf Deception Island.

Um 19:30 Uhr wird der Anker gelichtet, von Deception Island geht es nun auf direktem Wege durch die Bransfieldstraße in Richtung Antarktische Halbinsel. Benannt wurde diese 300km lange Meeresstraße nach ihrem Entdecker Edward Bransfield. Die Bransfieldstraße ist für fast alle Besucher das Gebiet in dem sie erstmals Kontakt mit der Antarktis bekommen. An den Küsten der Bransfieldstrasse liegt ungefähr die Hälfte aller antarktischen Forschungsstationen.

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Tag 7: 08. Januar 2017 – Neko Harbor auf dem Kontinent Antarktika

Die letzte Nacht verlief mehr oder weniger schlaflos, denn zu interessant war die Überfahrt in Richtung Festland, dem eigentlichen Kontinent Antarktika durch die Croker Passage und die Gerlache Straße. Sind anfangs in der Croker Passage noch 14 Knoten Fahrt möglich gewesen, bestand die Herausforderung in der Gerlache Strasse darin, mit nur noch 6 Knoten Schleichfahrt im Slalomkurs zwischen riesigen Eisbergen hindurch zu manövrieren. Eisberge sind zu dieser Jahreszeit auch in der Nacht recht gut erkennbar, denn in den Sommermonaten wird es in der Antarktis nicht dunkel.

Um 05:00 Uhr tanzen wieder Schneeflocken durch die Luft, aufgewirbelt von einem frischen Wind, der heute für uns aber nicht zum Problem wird. Die Andvord Bay, an deren Ende Neko Harbor liegt, ist sehr geschützt und hohe Wellen kommen hier nur selten vor. Das Eis wird immer dichter und auf der Brücke herrscht höchste Anspannung. Alle Offiziere, Kapitän Igor Gaber und Staff Kapitän Maksym Dolgov haben ihre Positionen bezogen. Zum Problem werden weniger die Eisschollen sondern die riesigen Eisberge mit ihren scharfkantigen Abbrüchen unterhalb der Wasseroberfläche. Die sind zum Teil spitz wie Dolche und können im ungünstigen Fall durchaus ein Loch in den für Eisfahrten verstärkten Stahlrumpf der MS HAMBURG drücken.

Foto: Oceanliner Pictures

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Welche Rolle spielt die Eisklasse von Kreuzfahrtschiffen in der Antarktis?

Die Eisklasse der Kreuzfahrtschiffe, welche die Antarktis befahren, spielt grundsätzlich nur eine untergeordnete Rolle, denn sie brechen keine massiven Eispanzer sondern durchfahren lediglich Gebiete mit mehr oder weniger dicken Eisschollen, Eisbrocken und Eisbergen. Die MS HAMBURG könnte theoretisch mit ihrer Eisklasse 1B eine massive Eisdecke von 0,6m durchbrechen, was durchschnittlichen Eisverhältnissen entspricht. Dennoch bietet eine solche Eisklasse natürlich einen zusätzlichen Schutz beim Zusammentreffen und Berühren von Eisbergen unterhalb der Wasserlinie, wie uns der Eismaster an Bord später erklärt. Die Stahldicke ab oberhalb der Tiefladelinie bis unterhalb des Leertiefgangs ist dicker und die Spanten sind in diesem Bereich verstärkt sowie enger gesetzt. Theoretisch erlaubt diese Verstärkung das Fahren mit einer höheren Geschwindigkeit als ohne Eisverstärkung in Eisregionen. In der Praxis wird diesen Vorteil aber wohl kein Kapitän ausreizen. Gesetzliche Regelungen für das Befahren mit Schiffen ohne Eisklasse in Polarregionen gibt es keine. Alle Eisklassen sind unverbindliche Empfehlungen für Reedereien, den Einsatz des jeweiligen Schiffes auf bestimmte Eisverhältnisse zu beschränken. Der massive Vorsteven der MS HAMBURG ist übrigens gut zu erkennen, ebenso der Bereich in dem die Stahldicke am Rumpf erhöht ist. Eine Berührung mit größeren Eisbergen wird grundsätzlich vermieden, die Treffer der kleineren Eisbrocken und Schollen am Rumpf erzeugen allerdings ein fast unheimliches Knacken und Knirschen. So spannend die Fahrt durch das Eis mit der MS HAMBURG auch ist, um so mehr ist die für heute Morgen anvisierte Anlandung in Gefahr.

Foto: Oceanliner Pictures

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Wird die Anlandung klappen oder nicht?

Die Küste von Andvord Bay besteht fast ausschließlich aus beeindruckenden, hohen Gletscherfronten und schroffen Eisformationen. Was für eine Welt aus Eis und Schnee, in die wir da über Nacht gefahren sind. Ja, es ist eindeutig, wir sind nun wirklich in der Antarktis, alle Zweifel lösen sich in Luft – oder besser in Eis – auf. Das Schaben des Eises am Rumpf und das Poltern der Eisblöcke bestimmt lange Zeit die Geräuschkulisse an diesem frühen Morgen. Abgesehen vom leisen Brummen unserer Dieselmotoren ist es sonst fast komplett still. Das permanente Knistern und Schaben wird allerdings plötzlich durch einen ohrenbetäubenden Knall unterbrochen, der durch die Bucht bei Neko Harbor hallt. Unsere Lektoren klären das Rätsel sofort: „Da kalbt ein Gletscher.“ Und das ist hier in Neko Harbor relativ häufig der Fall, wie wir im Verlauf des Tages feststellen. Was so faszinierend erscheint ist eben aber auch das Problem in dieser Bucht – oft ist sie von diesem Gletschereis verstopft. So scheint es auch heute zu sein, denn um 06:00 Uhr geht es keinen Meter mehr voran. Die Eissituation erlaubt keine Anlandung mit den Zodiacs. Während die Kapitäne Gaber und Dolgov bereits über „Plan B“ nachdenken und Kreuzfahrtdirektor Peter Schulze Isfort gedanklich schon die Passagiere über Bordlautsprecher informiert, bildet sich eine kleine Fahrrinne im Eis. Der Eismaster, welcher sich für dieses Fahrtgebiet an Bord befindet, erkennt die Situation sofort und berät sich mit der nautischen Crew. Die Entscheidung fällt prompt, wir fahren mit der MS HAMBURG dort hindurch und machen somit den Weg frei zur kleinen Bucht in Neko Harbor. Ein phantastisches Erlebnis! Wie sich später der Rückweg gestaltet? Das sehen wir dann.

Vor allen Anlandungen erkundet der Expeditionsleiter mit einem separaten Zodiac die Lage aus unmittelbarer Nähe und entscheidet, ob eine sichere Anlandung für die Passagiere möglich ist. Um 07:00 Uhr gibt der Expeditionsleiter grünes Licht für die Anlandungen in Neko Harbor.

In diesem ersten Zodiac, welches immer an der Landestelle verbleibt und nicht für den Passagiertransport genutzt wird, befindet sich eine medizinische Notfallausrüstung und ein Überlebenspaket sowie Spaten, Decken, Lebensmittel usw. Dieses Material wird für den Fall mitgeführt, dass eine Rückkehr der an Land befindlichen Passagiere auf die MS HAMBURG vorübergehend nicht möglich sein sollte. Bisher ist das aber zumindest auf unserem Schiff noch nicht vorgekommen.

Ein markanter Guano-Geruch liegt in der Luft

Je näher wir dem Festland kommen, umso ausgeprägter wird ein eigenartiger Fischgeruch in der Luft. Dieser kommt von den mehreren hundert Eselspinguinen, die in unmittelbarer Nähe zur Landestelle leben bzw. brüten. Als ganz so schlimm empfinden wir den Geruch aber nicht, wie er uns zuvor geschildert wurde. Auf Deception Island ist er uns gar nicht aufgefallen, da dort die Anzahl der Pinguine zu gering war. So elegant die Vögel in Frack und weißer Hose aussehen mögen, sie sind in der Tat echte Stinktiere und der Geruch setzt sich auch wunderbar in der eigenen Kleidung fest. Wer die Natur bereits und den Lebensraum dieser Tiere betritt, der darf sich letztendlich allerdings nicht beklagen. Schweißgeruch bei so manchem Menschen ist abstoßender als der Guano-Mief der Pinguine!

Zum ersten Mal auf dem Kontinent Antarktika!

Einprägender als der Geruch der Pinguine ist das Erlebnis, nun erstmals den Fuß auf den Kontinent Antarktika zu stellen. Wir sind auf dem südlichsten Kontinent der Welt angekommen, der auf seiner Fläche von etwa 14 Millionen Quadratkilometern nahezu komplett vom Antarktischen Eisschild bedeckt ist. Im deutschen Sprachgebrauch wird heute allgemein die Bezeichnung „Antarktis“ sowohl für das Südpolargebiet, die entsprechenden  Meere und den darin liegenden Kontinent genutzt.

Nebenbei bemerkt haben wir, man glaubt es kaum, richtig Glück mit dem Wetter und es klart mehr und mehr auf. Die Sonne kämpft sich durch die tief vorbeiziehenden Wolken. Die Landschaft ist unglaublich, von idyllischer Ruhe kann allerdings nicht die Rede sein, denn die Pinguine übertönen sich mit ihrem Geschrei gegenseitig. Nur der laute Knall, unmittelbar bevor wieder ein Gletscher kalbt, ist noch eindrucksvoller.

So ein schöner Tag wie heute in Neko Harbor ist Antarktis Genuss pur! Von einem Hügel aus bietet sich eine atemberaubende Sicht über die Andvord Bay, Neko Harbor und die grandiose Gletscherküste.

Foto: Oceanliner Pictures

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Wir können zu diesem Zeitpunkt gar nicht festlegen, was beeindruckender ist, die Kolonie Eselspinguine mit ihren Jungtieren oder die atemberaubend schöne Landschaft. Die Eselspinguine werden auch Rotschnabelpinguine genannt und zählen zu den schnellsten Pinguinen unter Wasser. Nicht selten schießen sie mit 30-40 km/h scheinbar völlig mühelos durch das nasse Element. Die Eselspinguine gelten als scheu und sind nach den Kaiser- und Königspinguinen mit ca. 80-90 cm Höhe die größten ihrer Gattung. Seinen Namen verdankt er, das können wir bestätigen, dem eselsartigen Geschrei. Von seiner angeblichen Scheu haben wir dagegen nicht viel bemerkt. Wie auch die Zügelpinguine nähern sich die Eselspinguine praktisch bis auf wenige Zentimeter den Menschen und laufen gerne auch hinterher. Offen gesagt waren wir bisher immer recht echauffiert beim Anblick jener Fotos, auf denen Touristen in unmittelbarer Nähe zu den Pinguinen zu sehen sind. Doch zu solchen Situationen kommt es eigentlich zwangsläufig und unvermeidbar, wenn man nicht permanent vor diesen Vögeln weglaufen will. Und selbst dann würden sie irgendwann ganz unbemerkt hinter einem stehen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die beste Zeit, um Pinguine mit ihren Jungtieren zu beobachten ist übrigens Anfang Januar eines jeden Jahres. Dann sind die flauschigen Küken gerade erst geschlüpft, sehr klein und tragen noch ihr graues, plüschiges Federkleid. In den ersten 20-30 Tagen bleiben die Jungtiere im Nest, ziehen danach in einen von Erwachsenen Tieren bewachten Bereich der Kolonie um. Die Brutzeit beträgt ungefähr 30-40 Tage, während denen sich Männchen und Weibchen regelmäßig abwechseln. Das Gelege umfasst meist 1-2 Eier, die Nester bestehen aus kleinen Steinen und haben einen Durchmesser von etwa 40 Zentimetern. Bei der Fütterung der Jungtiere lösen sich die Erwachsenen ebenfalls ab, die Intervalle betragen 12-24 Stunden. Eselspinguine ernähren sich von kleinen Fischen und Krill, können bis in eine Tiefe von 170m tauchen. Sechs bis zehn Stunden pro Tag suchen sie nach Nahrung. Die größten Feinde eines Pinguins sind die Leopardenrobbe und Orcas. An Land haben erwachsene Pinguine praktisch keine Feinde, die Jungtiere fallen allerdings öfter den Raubmöwen (Skuas) zum Opfer.

Foto: Oceanliner Pictures

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Warum ist der Pinguin ein Vogel und kann dennoch nicht fliegen?

Die Frage ist ganz einfach zu beantworten und auch deutlich sichtbar – die Flügel sind zu klein. Ein Pinguin müsste 600km/h schnell laufen, damit seine Flügel so viel Auftrieb erzeugen, dass er fliegen könnte. Dank seiner schlanken Form ist er dafür unter Wasser umso flotter und kann ohne Futteraufnahme bis zu 120 Kilometer weit schwimmen.

Verfolgungsjagd mit Geschrei und Gebrüll

Es erscheint uns nur eine vernünftige Regelung der Natur, dass Pinguine nicht fliegen können, denn die sind nämlich mitunter streitsüchtig und unheimlich frech. Wir haben selbst beobachten können, wie Pinguine ihre Artgenossen scheinbar „aus Spaß“ einfach mal so von einem Eisberg treten oder sich quer durch die gesamte Kolonie mit wildem Geschrei und Gebrüll verfolgen. Hintergrund für einen Streit sind meist die kleinen Steinchen, die für den Nestbau verwendet werden. Der Nachbar hat natürlich immer die besseren und schöneren Steine als man selbst und da reizt es doch zu sehr, mal eben schnell beim Nachbarn klauen zu gehen. Beobachtet der Artgenosse nun diesen Diebstahl, so beginnt eine gnadenlose Verfolgungsjagd die meist erst dann endet, wenn einer der beiden „Streitvögel“ über ein Hindernis stolpert und auf den dick gepolsterten Bauch fällt. Ein amüsanteres Unterhaltungsprogramm für Touristen kann es kaum geben. Nicht auszudenken, wenn die putzigen Tierchen sich nun durch die Luft verfolgen und Steinchen vom Himmel fallen würden.

Foto: Oceanliner Pictures

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Aber nicht nur Pinguine in einer grandiosen Landschaft sind in Neko Harbor hervorragend zu beobachten und zu bestaunen, auch das Kalben von Gletschern kann man in der Bucht mit großer Wahrscheinlichkeit sehen. Die Anzahl aktiver Gletscher ist groß, einer davon ragt direkt in die kleine Bucht hinein. Als Kalben wird das Abbrechen größerer Eismengen in das Meer bzw. von einem hohen Eiskliff bezeichnet. Gletscher die in Binnengewässer kalben, gibt es beinahe in allen vergletscherten Gebirgen der Welt, ins Meer kalbende (Gezeitengletscher) dagegen nur in Polarregionen. Durch das Kalben verliert ein Gletscher deutlich größere Eismengen im gleichen Zeitraum als dies durch Abschmelzen der Fall wäre. Die sich vom Schelfeis ablösenden Tafeleisberge sind besonders beeindruckend, dieses Schauspiel ist in Neko Harbor jedoch nicht zu verfolgen. Befindet man sich gerade am Ufer in Neko Harbor, während der benachbarte Gletscher kalbt, so ist es ratsam sofort den Hügel zu erklimmen um der Flutwelle zu entkommen, die ein solcher Eisbrocken beim Eintauchen in das Wasser erzeugt. Fährt man zu selbiger Zeit mit dem Zodiac in der Nähe des Gletschers umher, dann hilft nur noch Gas zu geben und in das tiefe Wasser der Bucht zu „entkommen“.

Foto: Oceanliner Pictures

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Auf  dem Foto ist der Moment, in dem sich ein (kleineres) Eisstück von einem Gletscher löst, relativ gut zu erkennen. Wir haben das Kalben mehrfach beobachten können, allerdings verträgt sich die kontinuierliche Pinguin-Jungtier-Beobachtung nicht mit dem gleichzeitigen Warten auf einen kalbenden Gletscher.

Neko Harbor wurde übrigens vom Belgier Adrien de Gerlache (Marineoffizier und Polarforscher) im Jahr 1898 entdeckt und nach einem norwegischen Walfangschiff benannt, welches sich zwischen 1911 und 1924 in dieser Gegend aufhielt.

Erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht die Kolonie Pinguine vor der Tür

Es dauert nicht lange, bis die Eselspinguine durch ihr Verhalten beinahe zwangsläufig wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Diesmal hebeln sie die theoretische 5m-Abstand-Regelung völlig aus. Egal, ob wir nun für einige Zeit auf einem Stein am Strand verweilen oder uns ruhig ins Wasser stellen, mit großer Sicherheit werden sie kommen, die munteren Gesellen. Meist pirschen sie sich auf dem Wasserweg an. Erst ist es nur einer, der uns neugierig im Wasser umkreist und die Gummistiefel offenbar sehr interessant findet, dann sind es zwei, dann drei und vier Pinguine. Und die schwimmen auch nicht etwa wieder weg sondern hüpfen munter an den Strand und schauen uns – immer noch im Wasser stehend – völlig keck an. Wir haben ja gelernt, den Pinguinen nicht den Weg zum Wasser abzuschneiden, wenn diese sich an Land befinden. Soweit klar. Und wie lautet nun die Verhaltensregel, wenn Pinguine uns den Weg zurück an den Strand versperren? Man kann ganze Bücher füllen mit Geschichten über die Verhaltensweise von Pinguinen. Diese Vögel machen einfach unheimlich Freude!

Foto: Oceanliner Pictures

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Natürlich inspizieren sie auch einige Fototaschen die am Strand stehen und denken offenbar darüber nach, wie sie diese praktischen Dinger für ihren Nestbau verwenden könnten. Selbiges Interesse wecken die seltsamen Gummiboote mit denen wir angekommen sind, es scheint, als würden sie überlegen wie man da nun hineinkommt. Unsere Abfahrt behindern sie schlussendlich mit massiven Sitzblockaden vor unseren Taschen und den Halteseilen der Zodiacs. Erst nach mehreren Stunden mühevoller Verhandlungen haben sie uns dann gehen lassen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Um 13:00 Uhr heißt es dann „Alle Zodiacs an Bord“ und die MS HAMBURG nimmt sogleich Kurs auf Paradise Harbor. Das Wetter ist inzwischen absolut phantastisch, die Sonne spiegelt sich in den Schneeflächen, reflektiert auf den Eisbrocken im Wasser und lässt das Eis zum Teil Blau und Türkis leuchten. Unsere Ortskundigen Lektoren sowie der Expeditionsleiter geben den Tipp, sich ein Plätzchen mit guter Aussicht an Bord der MS HAMBURG zu suchen und kündigen eine Fahrt entlang der Gerlache Straße an, die schöner sein soll als eine Passage durch den oft genannten und entsprechend bekannten Neumayer-Kanal. Den werden wir zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls noch durchfahren. Wir sind gespannt.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die Gerlache-Straße war uns bis dato völlig unbekannt im Zusammenhang mit einer Antarktis Kreuzfahrt. Namen wir Neumayer-Kanal oder Lemaire-Kanal hat man sofort im Gedächtnis abrufbar, nicht aber den von Adrien de Gerlache entdeckten und erkundeten Wasserweg, der Anvers Island und die Danco Coast bzw. die Antarktischen Halbinsel trennt. Der Polarforscher benannte die Straße 1898 erst nach seinem Expeditionsschiff „Belgica“, später wurde sie zu Ehren Gerlaches umbenannt.

Ein Landschaftsbild mit Farbkompositionen wie im Märchenbuch

Langsam schiebt sich der Bug unserer MS HAMBURG durch den dichten Teppich aus Eisschollen und kleineren Eisbergen. Der offene Weg von heute Morgen hat sich inzwischen wieder verschlossen. Für die MS HAMBURG und die erfahrene Crew auf der Brücke aber kein Problem. Das Gekrächze der Pinguine wird immer leiser, die Luft riecht nicht mehr nach Guano-Mief und über den Bergen tanzen kleine, weiße Wolken wie Wattebäusche im Wind. Am Horizont verabschieden sich die letzten, dunklen Wolken eines Schneeschauers und die Eisbrocken im Wasser sehen aus wie Sahnehäubchen auf einer Kaffeetasse.

Foto: Oceanliner Pictures

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Vor uns liegt eine Landschaft, die sich in der blumigsten und farbenreichsten Phantasie kaum ausmalen lässt. Eigentlich ist die Farbpallette, aus denen sich das Landschaftsbild in der Antarktis zusammensetzt, sehr gering bestückt aber die Intensität der Blau- und unterschiedlichen Weiß-, Grau, und Schwarzabstufungen unvorstellbar reich an Nuancen. Die Eindrücke kann man kaum real erfassen. Links und rechts knirscht das Eis am Schiffsrumpf, in der Ferne ist das dumpfe Grollen kalbender Gletscher zu vernehmen, die Sonne brennt vom blauen Himmel, mal ist es völlig windstill und die Wasseroberfläche glatt wie ein Spiegel und im nächsten Moment bläst ein Sturm zwischen zwei Berggipfeln aus einem Tal heraus und lässt die Wellen an die Eisberge klatschen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Zwischendrin in dieser kitschigen Eiswelt treiben Eisberge und andere Gebilde, die aussehen als hätte sie irgendein namhafter Künstler dieser Welt gerade verhüllt, geformt oder in einem grellen Blau angemalt. In dieser einzigartigen Szenerie tauchen als Krönung immer wieder Buckelwale auf und Krabbenfresserrobben liegen zeitgleich wie kleine Farbtupfer auf Eisschollen herum. Keines der Tiere lässt sich vom Vorbeigleiten unserer MS HAMBURG irritieren oder gar stören. Die Welt durch die wir hier fahren könnte aus einem Märchenbuch für Kinder stammen, in welchem kleine Robben mit Kulleraugen auf Eisschollen liegen, blaue Eisberge umher schwimmen und Wattebäusche auf Berge geklebt sind. Alles ist völlig surreal, kein Bild der Welt kann diese Eindrücke „einfrieren“. Niemand der diese Naturwunder nicht selbst gesehen hat, kann die Eindrücke nachvollziehen! Wir würden sogar soweit gehen und sagen, dass die Sinne hier völlig neu geschärft werden. Hören, Riechen und Sehen wird in der Antarktis wirklich neu erlebt.

Foto: Oceanliner Pictures

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Das Antarktis-Virus hat zugeschlagen

Wir hätten es uns vor etwa 24 Stunden nicht im Entferntesten vorstellen können, dass uns das Antarktis-Virus packen würde! Genau das ist nach dieser Panoramafahrt entlang der Gerlache-Strasse aber passiert. Es ist unmöglich diesem Virus, dieser Faszination zu wiederstehen. Wir sind überhaupt kein Freund typischer Kitschgeschichten aber der Verlauf der letzten Tage übertrifft eine solche um Längen. Stunde um Stunde steigern sich die Eindrücke. Zu Beginn sind die Anlandungen noch der Reihe nach ausgefallen, dann gibt es die Antarktis für Einsteiger in der „Light-Version“ auf Deception Island, schließlich die Steigerung in Neko Harbor inklusive „Pinguin-Showprogramm“ und nun die Gerlache Strasse in welcher der Urknall gerade erst passiert zu sein scheint.

Foto: Oceanliner Pictures

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Es ist egal was noch geschieht, diese Eindrücke sind bereits eine Reise in die Antarktis wert! Eine Steigerung kann es nicht mehr geben, davon sind wir überzeugt. Die unberührte und unbewohnte Küste dehnt sich aus bis an den Horizont. Am frühen Abend erreichen wir Paradise Harbor, was so viel bedeutet wie „Paradieshafen“. Paradise Harbor, auch Paradise Bay genannt, liegt an der Danco-Küste im Westen des antarktischen Festlands (Grahamland) mit der vorgelagerten Lemaire-Insel und Bryde-Insel. Woher der Name Paradise Harbor kommt, kann niemand zuverlässig sagen. Eine Vermutung ist, dass Walfänger ihn irgendwann um 1920 herum eingeführt haben. Der Name lässt vermuten, dass diese Bucht besonders schön ist, doch sie ist mindestens so spektakulär wie auch die benachbarten.

Foto: Oceanliner Pictures

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Besonders markant sind auf dem zurückliegenden Fahrtabschnitt die Ausformungen der Gletscher sowie die in grellem Blau leuchtenden Spalten und Höhlen. In einigen Gletschern haben sich tatsächlich ganze Eishöhlen gebildet und auch in den Eisbergen entdecken wir Löcher in verschiedenen Größen. Alle leuchten blau.

Das Geheimnis der Blauen Eisberge

Nun sind wir keine Physiker oder Wissenschaftler aber so viel haben wir an Bord aus den Lektorenvorträgen über Gletscher mitgenommen – die Farbe des Eises hängt davon ab welche Spurensubstanzen sich im Eis befinden und welche optischen  Eigenschaften es hat. Ein weißer Eisberg resultiert demnach aus vielen Lufteinschlüssen im Eis, welche das eintretende Sonnenlicht sehr stark streuen und schnell wieder aus dem Eis heraus lenken. Tiefblau leuchtet ein Eisberg nur dann, wenn er sehr wenige Lufteinschlüsse enthält und die Eisdichte besonders hoch ist. In reines, pures Wassereis dringen die Lichtstrahlen sehr tief ein, woraus sich ein natürlicher Filter ergibt. Wasser schluckt Licht bekanntlich je nach Wellenlänge in unterschiedlichem Maße. Rotes Licht wird zuerst geschluckt, Orange und Grün folgen danach, bis nur noch blaues Licht übrig bleibt. So zumindest ist es einfach erklärt, warum manche Eisberge und Gletscher sowie die Höhlen darin scheinbar leuchten. Ein Wissenschaftler würde jetzt noch weiter ins Detail gehen und den Aufbau der Eiskristalle sowie deren chemische Bindungen erklären. Das lassen wir besser.

Foto: Oceanliner Pictures

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Nachdem wir mit der MS HAMBURG den Liegeplatz in Paradise Harbor erreicht haben, werden die Zodiacs zu Wasser gelassen und bis in den späten Abend hinein Rundfahrten entlang der zauberhaften Gletscherküste sowie vorbei an der Forschungsstation Almirante Brown angeboten.

Foto: Oceanliner Pictures

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  • Fortsetzung in Reisebericht Teil 3 der Antarktis-Kreuzfahrt mit der MS Hamburg << Link >>

 

(Gastautor: Oliver Asmussen von kreuzfahrten-mehr)

http://www.schiffsjournal.de/plantours-kreuzfahrten-angebote/