Reisebericht: Mittelmeermetropolen – Mit der Royal Princess von Barcelona bis Rom

Mit der Royal Princess (zum Schiffsportrait) unterwegs von Barcelona bis Rom – zwei Metropolen am Mittelmeer, beide auf ihre Art besonders. Zwischen Hauptstadtstrand in Katalanien, einer Woche hervorragender Kreuzfahrt und dem Papst am Petersdom.

Foto: Tobias Bruns

Als die beste auf See kührte die Zeitung „USA Today“ die Pizza bei Alfredo’s an Bord der Royal Princess. Und in der Tat, auch uns gefällt die superleckere Hawaii-Pizza, die wir nach einem tollem Tag im italienischen Genua genießen. Das Geheimnis der Kultspeise seien seine Hände, sagt Pizzabäcker Gaz, mehr verrät er nicht. Doch es sind vielleicht diese Details, wie die Pizza im kostenlosen Spezialitätenrestaurant, die die Royal Princess zu einem Kreuzfahrt-Produkt machen, welches sich von den anderen abhebt. Diese Ansiedlung im Premiumsegment könnte auch die wahnsinnige Auswahl im Buffetrestaurant „Horizon Bistro“ bestätigen. Hier fehlt es an nichts, die Vielfalt ist größer, als auf allen Schiffen mit denen wir bisher unterwegs waren – Und so kommen wir während der einwöchigen Reise oft und ungezwungen hier her.

Foto: Tobias Bruns

Doch fangen wir von vorne an: Diesen Reisezeitpunkt werden wir wohl nicht noch mal wählen. Direkt nach Schulende am letzten Tag der Sommerferien fliegen wir bereits am Nachmittag ab. Das bedeutet an diesem Mittwoch sowie besonders am Vortag: Stress beim Koffer packen. Ein Handy, welches genau jetzt kaputt geht, noch nicht gewaschene Kleidung und die Logistik zwischen Schule und Bahnhof machen den Start in den Urlaub nicht leicht. Aber, so oder so: Jetzt geht’s los! Und spätestens als wir im Flugzeug in Richtung Barcelona sitzen ist die Urlaubsstimmung da.

Foto: Tobias Bruns

Cooles Barcelona – Chillen am Großstadtstrand

Die katalanische Hauptstadt zählt 1,6 Millionen Einwohner und ist sehr vielfältig. Während wir in der berühmten,  Kathedrale „La Sagrada Familia“ die beeindruckende und umwerfende Architektur des Antoni Gaudi bestaunen, herrscht am Mittelmeer eine Atmosphäre wie auf einer balearischen Insel. 4,2 Kilometer goldiger, sandiger Strand laden die Spanier am Abend zum Entspannen und Baden im Mittelmeer ein. In unmittelbarer Nähe zur Innenstadt im Stadtviertel Barceloneta ab dem luxuriösen W-Hotel erstreckt sich die wunderschöne Promenade. Diese lädt zum Flanieren, Sport machen oder zum Genießen in einer der zahlreichen „Beach-Bars“ und Cafés ein – der perfekte Abschluss des Tages nach einem anstrengenden Sightseeing-Tag.

Foto: Tobias Bruns

Ein Muss für Barcelona-Urlauber ist zudem „La Rambla“, die Einkaufsstraße der Stadt mit zahlreichen kleinen Geschäften und Läden. Empfehlenswert ist auch ein Besuch in den angrenzenden Markthallen des Mercat de la Boqueria: Frische Früchte, Smoothies, Gemüse, Schinken und die pure spanische Lebensfreude! „La Rambla“ mündet schließlich in kurzer Distanz zum Yachthafen. Dieser ist mit seinen mehreren Hafenbecken und hunderten beeindruckenden Yachten ebenfalls sehenswert. Hier sind außerdem das Aquarium sowie das World Trade Center zu finden. Unser Tipp: Fahren Sie mit der historischen Hafenseilbahn von der aus sie eine tolle Übersicht über die Stadt haben bis zum Hausberg Montjuïc!

Nach Städtetrip geht’s auf die Royal Princess

Nach mehreren Reisen hat sich folgender Ablauf als unser Favorit herausgestellt: Vor der Kreuzfahrt einige Tage am Abfahrtsort anreisen und diese Stadt ausführlich erkunden. Danach geht es dann endlich aufs Schiff: Im Hafen von Barcelona wartet die imposante „Royal Princess“ auf uns. Mit uns an Bord finden sich über 3.000 Passagiere, unter anderem aus den USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Asien ein. Darunter keine zehn Deutsche – ein besonderes, für uns neues Gefühl, doch mit etwas Englischkenntnissen auch kein Problem.

Foto: Tobias Bruns

Richtig Stimmung herrscht auf der „Sail Away Party“: Während wir mit einer lauten Melodie  aus dem Typhoon Barcelona verlassen, ist auf dem Oberdecks des Schiffes richtig was los. Am Pool wird getanzt und es gibt tolle Live-Musik – ein schöner Beginn der Kreuzfahrt und ein Gefühl, welches wir später fast vermissen. Diese Atmosphäre der Gemeinschaft kommt im kommenden Reiselauf fast nicht mehr auf. Doch auf einer schwimmenden Kleinstadt, wie es die 330 Meter lange „Royal Princess“ ist, kann man dies nicht erwarten. Ganz im Gegensatz zu ausgezeichnetem, durchgängig sehr leckeren Essen, einem ordentlichen Entertainment-Programm und viel Raum zum Entspannen.

Foto: Tobias Bruns

Affenfelsen in Gibraltar und Fahrradttour an der Cote d’Azur

Unsere Reise führt uns zunächst nach Cartagena im Südosten Spaniens – eine schöne, saubere mediterrane Stadt mit einem wichtigen Handels- und Marinehafen. Die Einkaufsstraße lädt zum Spaziergang ein und das römische Theater ist die Haupt-Sehenswürdigkeit Cartagenas. Es ist seit ein archäologisches Juwel, seit 2008 zugänglich und jährlich 1,2 Millionen Besucher anlockt.

Foto: Tobias Bruns

Schon am nächsten Morgen passieren wir schließlich den berühmten Affenfelsen von Gibraltar, den südlichsten Punkt Europas. Das Städtchen ist britisches Überseegebiet und so fühlen wir uns hier wie in einem typisch, englischen Ort. Es gibt hier eine Filiale der Royal Mail, die englischen Polizisten „Bobbys“, rote Telefonzellen und sogar die Mülleimer erinnern an London. Natürlich wollen wir heute den Ausblick vom Felsen genießen, sollten aber nicht die einzigen mit diesem Plan sein. Vor der Talstation der Seilbahn warten hunderte Touristen – erst nach knapp zwei Stunden sind wir schließlich oben. Es empfiehlt sich also die Tickets dafür online zu ordern, aber so oder so: Es lohnt sich! Der Blick von der oberen Aussichtsplattform ist phänomenal. Von der gesamten Innenstadt Gibraltars, dem Flughafen und dem daniederliegenden Spanien bis zum Point Europa, die zahlreichen Schiffe auf Reede bis auf die Küste Marokko, Afrika kann man vieles überblicken. Außerdem sind hier oben natürlich die frechen Affen die Attraktion – sie begrüßen uns bereits an der Gondel und machen sich dann am Rucksack einer Touristen auf die Suche nach Essbarem.

Foto: Tobias Bruns

Nach einem erholsamen Seetag, leider mit etwas Regen vor Ibiza, erreicht die „Royal Princess“ am fünften Tag unserer Reise Marseille in Frankreich. Unser Liegeplatz liegt leider außerhalb des Zentrums und so mussten wir den zahlungspflichtigen Transfrerbus in Anspruch nehmen. Dieser brachte uns direkt an den malerischen Alten Hafen. Hier liegen zahlreiche niedliche Fischerboote, deren Fisch direkt auf dem anliegenden Markt verkauft wird.

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Außerdem besteht hier die Möglichkeit, wie mittlerweile in zahlreichen Großstädten der Fall, ein sehr günstiges, städtisches Fahrrad zu mieten. Dies taten wir, denn die Ziele auf Kreuzfahrten per Treten in die Pedale zu erkunden gefällt uns am besten. Man erreicht bei weitem mehr als zu Fuß und betätigt sich dabei noch sportlich. Vom Zentrum Marseilles fahren wir in Richtung Süden immer am Wasser, der Cote d’Azur entlang. Und so legen wir bei bestem Mittelmeer-Wetter fast zwanzig Kilometer zurück, müssen die Kette reparieren und kehren schließlich in einem Café direkt an einem wunderschönen Strand ein. Ein echtes, tolles Erlebnis!

Foto: Tobias Bruns

Genua, Livorno  und der ganz normale Kreuzfahrt-Wahnsinn

Auch am folgenden Tag gibt es wieder eine neue, interessante Stadt zu Entdecken: Die Hafenstadt Genua in Italien, Hauptstadt der Region Ligurien und wichtiges wirtschaftliches Zentrum. Doch auch touristisch hat die Stadt viel zu bieten und überraschte uns bei einem Spaziergang positiv. Der Reichtum vergangener Tage ist den zahlreichen Prachtbauuten oder Kirchen anzusehen. Blickfang am Hafen ist der Nachbau eines spanischen Linienschiffes aus der Zeit von 1680 bis 1710, welches für den Film „Piraten“ des Regisseurs Roman Polanski erbaut wurde, sowie der Panoramaaufzug „Bigo“. Besonders schön sind auch die schmalen, nostalgischen Gassen der Innenstadt zwischen der Wasserkante und dem Hauptplatz „Piazza Ferrari“, an die sich dann die Einkaufsstraßen anschließen. Auch das Geburtshaus von Christoph Kolumbus ist hier zu besichtigen. Zurück an Bord genießen wir eine von zahlreichen tollen ruhigen Stunden auf dem Pooldeck bei super Mittelmeerwetter und schönem Blick auf das zuvor erkundete Genua. Dazu trinken wir die ein oder andere Cola, die in unserem Getränkepaket, welches für die gesamte Reise etwa 50 Dollar kostet und viele nicht alkoholische Getränke enthält.

Foto: Tobias Bruns

Außergewöhnlich und auf jeden Fall anders ist natürlich auch das amerikanisch geprägte Entertainment-Programm an Bord der „Royal Princess“. Zu unseren Highlights gehörten die Shows mit dem unterhaltsamen Kreuzfahrtdirektor Ron Goodman. So wurden im TV-Studio „Princess Live“ beispielsweise Shows wie die unglaublich witzige „Love & Marriage Game Show“ durchgeführt und im Theater fand das auf Kreuzfahrtschiffen mittlerweile beliebte „The Voice of the Ocean“ statt. Ein anderer Teil des Tagesprogramms nahmen täglich auch regelrechte „Verkaufsveranstaltungen“ ein, die von den Gästen aber auch angenommen wurden. So wurden zahlreiche reduzierte Artikel im Restaurant ausgelegt und verkauft. Verrückt auch: Die Champagner-Pyramide im Atrium. Am Galaabend konnten sich die Passagiere in Kleid und Anzug mit dem Kapitän beim Befüllen der hunderten Gläser fotografieren lassen.

Foto: Tobias Bruns

Auch beim nächsten Landausflug ging es verrückt weiter: Mit dem Bus fuhren wir vom italienischen Livorno nach Pisa. Dort laufen wir vom Parkplatz zum „Piazza dei Miracoli“, dem Platz der Wunder. Mit uns tausende Touristen aus der ganzen Welt, viele auf der Jagd nach einem speziellem Foto. Wir erreichen den Domplatz, ein UNESCO-Welterbe. Auf der Grünfläche im Zentrum der Stadt stehen drei historische Gebäude aus dem späten Mittelalter. Dazu gehören das Baptisterium als größte Taukirche der Welt, der kreuzförmigen Dom Santa Maria Assunta und natürlich der weltberühmte schiefe Turm von Pisa. Er ist zwar nicht ganz so krumm, wie der schiefe Turm Suurhusens in Ostfriesland, der den Weltrekord inne hat, doch alle wollen jenen in Pisa sehen und ihn auf dem Foto stützen. Witzig zu beobachten, wie die Abstimmung zwischen den hunderten Fotografen und Models dabei verläuft um den Turm optimal zu treffen.

Foto: Tobias Bruns

Rom – Von den alten Römern bis zum Papst

Während Barcelona sich sehr modern zeigt, dreht sich in der iatlienischen Hauptsadt Rom alles um die Vergangenheit. Geschichtsunterricht live auf den Spuren der alten Römer. Nachdem wir zunächst mit dem Bus zum Bahnhof des Hafens Civitaveccia fahren, geht es dann mit dem Zug bis „Roma Termini“. Weitere drei Nächte bleiben wir in der „Ewigen Stadt“. Zu entdecken ist im Zentrum eine beeindruckende Dichte wichtiger alter Gebäude, Neubauten sind kaum auszumachen. Vom weltberühmten Colloseum, über das Forum Romanum, dem Circus Maximum, dem Pantheon, der spanischen Treppe und dem Trevi-Brunnen. Alles ist von einem gut gelegenen Hotel fußläufig zu erreichen, die entspannteste Art, trotz des vielen Verkehrs, ist für uns die Fahrt mit einem der zahlreichen Sightseeing-Busse.

Foto: Tobias Bruns

Neben dem anstrengenden Abklappern der Sehenswürdigkeiten bei hohen – fast zu hohen – Temperaturen darf natürlich auch das Essen einer typisch italienischen Pizza nicht fehlen, die sich durchaus von den deutschen Pizzen unterscheiden. Außerdem muss man natürlich ein gutes Eis essen – Etwas ganz besonderes ist dabei die „Giolitti Bar“ – eine der ältesten Eisdielen der Stadt. Traditionell, urig, nicht günstig aber superlecker – ein echter Geheimtyp. Mit einer altehrwürdigen Inneneinrichtung, Kellner die weiße Hemden und schwarze Hosen tragen und eine der besten Eiscremes der Stadt.

Foto: Tobias Bruns

Untrennbar zu Rom gehört natürlich auch der Vatikan. Der Besuch am Petersdom gehört zu unseren Reisehighlights. So googlen wir am Tag zuvor nochmal kurz und entdecken, dass der Papst jeden Mittwoch und Sonntag zu sehen ist. Und tatsächlich: Zur Sonntagsansprache versammelten sich tausende, begeisterte Gläubige auf dem Petersplatz und schließlich öffnete sich ein Fenster des riesigen Gebäudekomplexes und Franziskus zeigte sich und sprach den Besuchern auf italienisch den Segen zu. Glauben wir zumindest, denn verstanden haben wir es natürlich nicht.

Foto: Tobias Bruns

Nach kurzer Siesta am Mittag machen wir uns nochmals zum Vatikan auf. Ein Besuch des Petersdomes steht an, die größte Kirche der Welt! Er wurde zwischen 1506 und 1626 gebaut, hat eine Höhe von 137 Metern und fasst maximal 60.000 Leute! Angekommen im Inneren, sind wir beeindruckt – von der Größe, von der prunkvollen Inneneinrichtung und von der Atmosphäre als größte päpstliche Basilika, erbaut über dem Grab des Apostels Petrus. Doch wir kommen aus dem Staunen nicht heraus: Nach dem Erkunden des Inneren, geht es auf die Kuppel. Von dort bietet sich ein atemberaubender Blick über die gesamte Stadt. Vom Vatikan über den Tiber bis zum Colloseum! Ein toller Abschluss unserer Sommerferien. Am nächsten Morgen ging es mit dem Taxi zum Flughafen und über Düsseldurf zurück nach Hause.


Die gesamte Bildergalerie finden Sie auf Schiffe-Emden.de:

Unser Reisebericht in bewegten Bildern, die VideoVoyage von Bord der Royal Princess:

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