Reisebericht A-ROSA Stella: Flusskreuzfahrt auf der Saône durch Südfrankreich, Teil 1

Teil 1: 03. Mai 2014: A-ROSA Stella Flusskreuzfahrt auf der Saône durch Südfrankreich, Teil 1 Anreise, Schiffsportrait und die Stadt Lyon

Wenn man eine Städtereise plant, dann ist dies meist mit einem mehr oder weniger großen Aufwand verbunden. Zunächst will die Anreise geklärt werden, dann steht man vor der Wahl des richtigen Hotels und letztendlich wälzt man unzählige Reiseführer um die kulturellen Highlights der Städte zu entlarven… Dieser Aufwand muss nicht sein! Warum nicht einfach eine Flusskreuzfahrt machen und völlig entspannt den schönsten Metropolen entgegen gleiten, sich dabei noch verwöhnen lassen und atemberaubende Momente genießen?!

Wir waren von Lyon aus mit der A-ROSA Stella auf Flusskreuzfahrt zu ausgewählten Städten entlang der Saône und haben uns einen kleinen Einblick in diese spannende Region verschafft.

Foto: Oceanliner Pictures

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Aber beginnen wir mit der Anreise und der Destination.

Wer an eine Flusskreuzfahrt plant, der hat meist sofort die großen Ströme Rhein und Donau im Kopf, weniger die deutlich kleineren Flüsse Rhone und Saône in Frankreich. Die Saône entspringt in den Vogesen, fließt in südlicher Richtung und mündet nach 473 km in der Stadt Lyon. Der Höhenunterschied zwischen der Quelle und der Mündung liegt bei ungefähr 240 m, welcher von insgesamt 19 Schleusen ausgeglichen wird. Aufgrund ihrer zu geringen Abmessungen können insgesamt nur die ersten 5 Schleusen von den meisten Flusskreuzfahrtschiffen durchfahren werden.

Die mit 812 km etwas längere Rhone entspringt im Kanton Wallis in der Schweiz am Rhonegletscher und mündet in der französischen Camargue ins Mittelmeer. Die Rhone durchfließt auf ihrem Weg von der Quelle bis zur Mündung auch den Genfersee und fällt auf ihrer Strecke 1.753 m ab.  Die größte Stadt an der Rhone ist die Stadt Lyon, in der auch unsere Flusskreuzfahrt beginnt.

Die Anreise nach Lyon erfolgt von diversen Flughäfen in Deutschland meist über das Drehkreuz Zürich in der Schweiz oder auch direkt von München, Düsseldorf und Frankfurt. In unserem Fall haben wir uns auf allen Streckenabschnitten Hamburg – Zürich – Lyon und zurück vom aufmerksamen und freundlichen Service der Fluggesellschaft Swiss überzeugen dürfen. Der 40 km Transfer vom Flughafen Lyon zum Schiffsanleger dauert mit dem Bus etwa eine Stunde, mit dem Taxi ca. 40 Minuten.

Ein stürmischer Nordwind und kühle Temperaturen empfingen uns am Anleger der A-ROSA Stella, die bereits frisch herausgeputzt auf uns wartete.

Foto: Oceanliner Pictures

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Nun waren wir zwar nicht zum ersten Mal Gast an Bord eines Flusskreuzfahrtschiffes von A-ROSA Flusskreuzfahrten und dennoch lag eine gewisse Spannung in der Luft, was uns an Bord dieses für uns noch unbekannten Flottenmitglieds erwarten würde. Sofort beim Betreten entdeckten wir die bekannten Elemente der anderen Schiffe und fühlten uns entsprechend wohl. Keine Spur von altmodischen Elementen, gediegenen Farben und schweren Messingbeschlägen. Die Hamburger Firma Partnership Design hat die von den AIDA-Schiffen bekannte Handschrift auch auf der A-ROSA Stella hinterlassen. Freundliche und moderne Farben durchziehen das gesamte Schiff wie ein roter Faden. In den Kabinengängen glaubt man sich an Bord der Hochseeflotte von AIDA zu befinden, hat man doch die gleichen Kabinentüren auf den Flussschiffen eingebaut. Nach dem Bezug unserer 2-Bett Außenkabine der Kategorie C, mit französischem Balkon, schauten wir uns an Bord um.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die insgesamt 86 Außenkabinen haben alle eine einheitliche Größe von 14,5 m² und überzeugen mit einer durchdachten Aufteilung. Die Duschen und Bäder sind sehr großzügig bemessen und mit BABOR Kosmetikartikeln ausgestattet. Erfreulich auch, dass A-ROSA Flusskreuzfahrten konsequent schon bei den ersten Flusskreuzfahrtschiffen auf herkömmliche Duschvorhänge verzichtet hat und allen Duschen Glastüren spendierte.

Besonders auffallend möchten wir schon an dieser Stelle erwähnen, dass der erste Schiffseindruck der im Jahr 2005 gebauten A-ROSA Stella, hervorragend war. Auch beim Blick in das Bad entdeckten wir nicht im Ansatz eine Spur der Abnutzung.

Foto: Oceanliner Pictures

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Der hochwertige Kabineneindruck setzt sich beim Flachbildfernseher der Marke LOEWE fort, die Badgarnituren lieferte die Firma Hans Grohe. Insgesamt verfügen 57 der Kabinen über einen französischen Balkon, die Panoramatüren lassen sich komplett öffnen. Die A-ROSA Stella ist wie ihre an diesem Tag neben uns liegende Schwester A-ROSA Luna 125,80 m lang und 11,60 m breit. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 24 km/h.

Zur Kabinenausstattung gehören neben den üblichen Badutensilien auch ein Nummernsafe sowie ein Fön samt Schminktisch, Spiegel und ein flauschiger Bademantel. Die Auswahl an Fernsehsendern, die auf dieser Flusskreuzfahrt verfügbar waren, stellte sich als recht umfangreich heraus. So konnte man zum Beispiel die Sender NDR, ARD, ZDF, RTL, Pro 7, RTL 2, Sat 1, VOX oder auch n-tv schauen – um nur einige Sender zu nennen.

Leider ist auf den beiden Schwesterschiffen A-ROSA Stella und A-ROSA Luna der WLAN Empfang auf die öffentlichen Räume beschränkt. In den ersten Kabinen die in der Nähe des Foyers liegen, hat man auch einen Empfang in der Kabine. Wer diesen Dienst nutzen möchte, erwirbt an der Rezeption ein „Internet Surfticket“. Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang, dass auf einem Flusskreuzfahrtschiff die Internetverbindung die Verfügbarkeit eines UMTS-Netzes an Land voraussetzt. Im Gegensatz zu Hochseekreuzfahrtschiffen gibt es keine Satellitenverbindung, die unrentabel wäre. Je nach Anbieter lohnt es also auch, sich über die Kosten des direkten Internetzugangs der eigenen Geräte zu informieren. In der Nähe von Städten und bewohnten Gebieten ist die WLAN Verbindung natürlich hervorragend, in den ländlichen Regionen hatten wir über unseren Dienstanbieter dagegen eine deutlich bessere Verbindung.

Foto: Oceanliner Pictures

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Im Foyer befinden sich die 24 Stunden besetzte Rezeption sowie eine öffentliche Toilette und der A-ROSA Shop. Ein großer Bildschirm an der Wand zeigt permanent die aktuelle Position sowie weitere Routeninformationen an. Im Bereich des Foyers stehen am Ankunftstag auch freundliche Mitarbeiter mit ausführlichen Informationen zu den Behandlungen im SPA ROSA sowie zu den Fahrradausflügen in den einzelnen Häfen bereit. Natürlich besteht auch im Verlauf der Flusskreuzfahrt jederzeit die Möglichkeit, sich über die Angebote an Bord zu informieren.

Unser Rundgang führte weiter durch das SPA ROSA auf Deck 1 mit angeschlossener Dampfsauna, Finnischer Sauna, Ruheraum, Beautybereich und Fitnessraum.

Foto: Oceanliner Pictures

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Deck 2 beherbergt neben dem Foyer auch das gemütliche Marktrestaurant (Buffet), den Buffetbereich, das Spezialitätenbuffet mit Live-Cooking, die Day-Lounge/Weinwirtschaft und die Panoramalounge. Alle Räume harmonieren perfekt in ihrem Design und die Farbelemente schaffen eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre. Wie auf allen Flusskreuzfahrtschiffen der A-ROSA Flotte fällt die Raumaufteilung im Vergleich zu anderen Schiffen ins Auge und überzeugt durch ein sehr durchdachtes Konzept.

Foto: Oceabliner Pictures

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So ist der Restaurantbereich zum Beispiel nicht durch eine zentrale Tür mittig zugänglich sondern seitlich von einer Art Galerie aus. Diese Galerie verbindet das Foyer mit dem Restaurant und der Panoramalounge im Bug. Der Vorteil dieser Raumaufteilung wird sofort deutlich. Panoramascheiben von der Decke bis zum Fußboden entlang der kompletten Galerie erlauben einen großartigen Blick auf die vorbeiziehende Flusslandschaft und sorgen für viel Licht im Innenraum. Die Restaurantgäste genießen eben durch diese Panoramascheiben ebenfalls einen unvergleichlichen Ausblick, sind durch luftige Designelemente und einen kleinen Zaun aber dennoch geschützt vor zu viel Unruhe umherlaufender Passagiere. Insgesamt wirkt der Bereich um das Marktrestaurant durch die beidseitigen Panoramascheiben und das helle Farbkonzept sehr einladend und vermittelt den Charme eines französischen Marktrestaurants an Land.

Foto: Oceanliner Pictues

Foto: Oceanliner Pictues

Tagsüber bietet die Day-Lounge einen idealen Rückzugsort für gesellige Stunden und abends verwandelt sie sich in die von A-ROSA bekannte Weinwirtschaft. In der Weinwirtschaft wird an verschiedenen Abenden ein thematisches 3-Gänge-Menü serviert. Diese kulinarische Besonderheit ist für die SELECT Premium alles inklusive-Gäste kostenlos. Alle anderen Gäste zahlen für einen Spezialitätenabend derzeit 19,50 EUR pro Person. Das Marktrestaurant ist zu dieser zeit natürlich weiterhin geöffnet und bietet seinen Gästen eine ausgewogene Mischung an schmackhaften Salaten sowie kalten und warmen Speisen.

A-ROSA Stella Buffetbereich

Etwas schade ist, dass im Vergleich zu anderen Schiffen aus der A-ROSA Flotte es keinen direkten Restaurant-Außenbereich gibt. Man hat allerdings die Möglichkeit, über eine Treppe vom Restaurant auf das Freideck zu gelangen. Hier stehen in ausreichender Anzahl Tische und Stühle sowohl unter einem Sonnensegel als auch unter freiem Himmel bereit.

Foto: Oceanliner Pictures

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Letzte Station auf unserem Rundgang unter Deck ist die große Panoramalounge. Der ohnehin großzügige Eindruck wird durch eine geschwungene und in Bogenform seitlich in die Lounge hinein laufende Bar noch verstärkt. Auf dem ganzen Schiff findet man keine Spur mehr von altmodischem Design herkömmlicher Flusskreuzfahrtschiffe.

Foto: Oceanliner Pictures

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Auf dem Pooldeck fällt gleich eine weitere Besonderheit der A-ROSA Stella ins Auge. Wie auch die A-ROSA Silva, A-ROSA Flora und auf dem Schwesterschiff A-ROSA Luna bewegt man sich auf einem 2,5-Deck Flusskreuzfahrtschiff. Zwei Decks beherbergen die öffentlichen Bereiche und drei Decks die Kabinen. Die Decks sind ineinander versetzt, was auf dem Pooldeck in Form eines großen Sprungs von einer halben Deckhöhe etwa in der Schiffsmitte deutlich wird. Schon nach der Abfahrt in Lyon zeigte sich der enorme Vorteil gegenüber herkömmlichen Flusskreuzfahrtschiffen. Der Pool- und Liegenbereich war aufgrund der Passage mehrerer, niedriger Brücken gesperrt und der gesamte vordere Bereich konnte weiterhin genutzt werden. Lediglich bei der Durchfahrt einer ganz besonders niedrigen Brücke, bei der die Durchfahrtshöhe zwischen Brückenunterseite und dem Schiff nur bei unglaublichen 5 Zentimetern lag, durfte auch der vordere Bereich nicht mehr betreten werden.

Foto: Oceanliner Pictures

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Im direkten Vergleich zu anderen Flusskreuzfahrtschiffen sticht der Pool mit einer Größe von 6 x 2,5 m als beeindruckendes Merkmal ins Auge. An warmen Sommerabenden lädt die P´tit Bar hinter dem absenkbaren Steuerhaus zu einem gemütlichen Pläuschchen unter Sternenhimmel ein.

Soweit unsere Eindrücke zum Flusskreuzfahrtschiff A-ROSA Stella.

Nach der obligatorischen Sicherheitsübung sowie einer Begrüßung durch den Hoteldirektor schloss sich die Präsentation der bevorstehenden Landausflüge in der Panoramalounge an. Informativ, kurz und knackig wurden die Anlaufhäfen in Bild und Ton vorgetragen. Zusätzlich haben die Gäste erfahren, welche Fahrradausflüge angeboten werden. Rundum eine gelungene und nicht unnötig in die Länge gezogene Veranstaltung.

Das schmackhafte und üppige Abendessen lockte noch vor der Abfahrt, die von uns selbstverständlich vom Sonnendeck aus verfolgt wurde. Zum Auslaufen ertönte der A-ROSA Gänsehaut-Song „Following My Heart“ aus den Lautsprechern und zauberte sofort ein Lächeln in die Gesichter der Passagiere an Deck. 

Nach Paris und Marseille ist Lyon mit knapp 500.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Betrachtet man die gesamte Metropolregion Lyon, so ist sie sogar größer als Marseille. Die Altstadt und ein Teil der Halbinsel wurden 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Lyon ist bekannt für seine Gastronomie, die einen exquisiten Ruf genießt. Außerdem ist Lyon bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt für seine Textilindustrie, insbesondere der Seidenverarbeitung. Noch heute ist Lyon eine der wichtigsten Seidenhandelsstädte der Welt.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die A-ROSA Stella hat Lyon in südlicher Richtung auf der Rhône verlassen und ist an der Mündung der Saône mit nördlichem Kurs auf selbigem Fluss entlang einer atemberaubenden Lichterkulisse aus der Stadt hinaus gefahren. Die Brücken auf diesem engen und geschwungenen Streckenabschnitt sind besonders niedrig und werden alle von großen Scheinwerfern illuminiert. Zusammen mit den links und rechts dem Flussufer angeordneten Prachtbauten bot sich eine faszinierende Kulisse die sich fest im Gedächtnis verankerte. Pünktlich nach dem Ablegen lockerte wie angekündigt auch die Wolkendecke auf und lies so langsam erahnen, was uns noch für traumhafte Flussmomente an Bord der A-ROSA Stella bevorstehen würden.

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(Gastautor: Oliver Asmussen von kreuzfahrten-mehr)

http://www.schiffsjournal.de/a-rosa-angebote/