Phoenix Reisen: Das neue Flusskreuzfahrtschiff Anesha – Bilder und Eindrücke von Bord

Bilder und Eindrücke vom neuen Phoenix Reisen Flusskreuzfahrtschiff Anesha

Die Tage vom 24.-27. Juni 2015 stehen bei uns ganz im Zeichen der MS Anesha. Die MS Anesha ist das neue Flusskreuzfahrtschiff von Phoenix Reisen und wird als Premium-Flussschiff ganzjährig auf Rhein und Donau eingesetzt.

Schon die Eckdaten beeindrucken, wenngleich die MS Anesha mit einer Länge von 135 m und einer Breite von 14,4 m nicht alleine in der Liga der „Long-Ships“ spielt. Maximal reisen nur 180 Passagiere an Bord in 90 Kabinen, was für ein großzügiges „Raumerlebnis“ sorgt. Apropos, ein echtes „Raumerlebnis“ sind die auf insgesamt drei Kabinendecks verteilten Kabinen und Suiten der MS Anesha. Dazu später mehr.

Die erste Sichtung der MS Anesha auf dem Rhein bei Köln

Am 23. Juni verlässt die MS Anesha in den Abendstunden die Pier der Werft in Hardinxveld / Niederlande, auf der die Firma Da-Capo BV den auf der Vahali-Shipyard in Serbien gebauten Schiffsrumpf ausstattete.

Fast genau 24 Stunden später, am 24 Juni um 17:00 Uhr, ist es soweit. Der bereits mit einer Girlande verzierte, weiße Bug der MS Anesha schiebt sich langsam an der Kölner Skyline vorbei den Rhein hinauf. Die Sonne siegt endlich über die zähe Wolkendecke, pünktlich zur Premiere.

Foto: Oceanliner Pictures

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Sofort fallen einige Unterschiede im Vergleich zu den beiden Schwesterschiffen Alina und Amelia auf, die in den Jahren 2011 und 2012 abgeliefert wurden. Die Brücke der MS Anesha ist breiter und einige Meter weiter in Richtung Schiffsmitte versetzt. Das hat erstmal zur Folge, dass hinter dem Brückenhaus ein größerer, windgeschützter Freiraum für Stühle entsteht. Außerdem ist durch bauliche Veränderungen der Innenbereiche das vordere Drittel des Schiffes nun ein halbes Deck niedriger und durch die Versetzung des Führerhauses auch deutlich länger. Auf dem dadurch gewonnenen Platz sind gemütliche Lounge-Möbel platziert, die selbst bei niedrigen Brückenpassagen nicht weggeräumt werden müssen. Welche beachtlichen Unterschiede sich dadurch im Schiffsinneren ergeben, finden wir später heraus.

Foto: Oceanliner Pictures

Foto: Oceanliner Pictures

Am frühen Abend erreicht die MS Anesha zum ersten Mal den Schiffsanleger in Bonn, Fußgänger bleiben neugierig stehen. Einem älteren Herrn fällt sofort das Phoenix-Logo am Eingang auf, wir informieren ihn über das neue Schiff. Er ist Phoenix-Stammgast wie sich herausstellt und will sich den Neuzugang unbedingt bald im Detail anschauen.

Auch wir sind gespannt, wie sie denn nun von innen aussieht, die MS Anesha. Aus der Nähe Betrachtet fallen zunächst die in beleuchteten Buchstaben angebrachten Schriftzüge am Schornstein und neben dem Eingangsbereich ins Auge. Unser Eindruck: Deutlich hochwertiger als bisher.

Beim Betreten des Schiffes schreiten wir über einen großen Phoenix-Teppich in den komplett offenen Bereich der Lobby. Sie ist noch großzügiger als bei den Schwesterschiffen! Ein echter „Wow-Effekt“ stellt sich ein. Die Galerie samt bisher vorhandener Wendeltreppe ist zu Gunsten einer offeneren Eingangshalle und der Umgestaltung im Restaurant nun gewichen, was sehr gelungen ist. Fünf elegante Kronleuchter zieren die Decke, der Boden besteht aus hochwertigem Marmor bzw. Granit und in der Mitte zieht ein ovaler Tisch mit schwarzer Marmorplatte die Blicke auf sich.

Foto: Oceanliner Pictures

Foto: Oceanliner Pictures

Auf der Steuerbordseite liegen die Rezeption und Information, die rund um die Uhr besetzt sind. Auf der Backbordseite sind eine gut ausgestattete Boutique sowie der Travel Desk (Ausflugsbüro) untergebracht. Unser Eindruck: Enorm viel Platz auf einem Flusskreuzfahrtschiff! Wodurch dieser genau entsteht, verraten wir gleich.

Ein Lift verbindet das Neptundeck mit dem Saturn- und Oriondeck. Nur das Sonnendeck ist nicht mit dem Lift zu erreichen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Auf dem gleichen Deck wie das Foyer liegt die große Panorama Lounge. Sie wirkt durch die Verarbeitung hochwertiger Materialien in Kombination mit dezenten Lichtquellen sehr luxuriös. Eine Besonderheit sind die aufklappbaren Fensterbänke unterhalb der Panoramafenster. Darin verbergen sich große Flachbildschirme, die für Vorträge, Präsentationen oder auch zum Abspielen des obligatorischen Sicherheitsvideos vor Beginn einer jeden Reise perfekt geeignet sind. Sie lassen sich einzeln oder auch zusammen hochfahren und bedienen. Unser Eindruck: Eine tolle Idee!

Foto: Oceanliner Pictures

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Ganz vorne im Bug befindet sich die große Bar der Panorama Lounge, von der aus sich ein wunderbarer Blick auf die vorbeiziehende Flusslandschaft bietet. Die gemütlichen Sessel laden zum längeren Verweilen ein. Auf der Barkarte steht eine große Auswahl an Kaffe- und Teespezialitäten. Abends ist die Panorama Lounge der ideale Ort für einen Cocktail oder auch ein Glas Wein – Live Musik sorgt für das perfekte Ambiente. Highlight aus unserer Sicht sind die Sitzgelegenheiten unmittelbar vor den großen Panoramafenstern! Tagsüber ein Platz der Ruhe und Besinnlichkeit, an dem sich in einem spannenden Buch schmökern oder einfach nur entspannen lässt.

Foto: Oceanliner Pictures

Foto: Oceanliner Pictures

Auf Knopfdruck öffnet sich eine Tür zum Außenbereich. Nun stehen wir auf der Panorama Terrasse. Lange nicht alle Flusskreuzfahrtschiffe bieten die Möglichkeit direkt über den Bug hinaus auf den Fluss in Fahrtrichtung zu schauen. Darüber hinaus finden wir 24 Stühle auf sechs Tische verteilt. Wie wäre es hier mit einem Aperitif?

Foto: Oceanliner Pictures

Foto: Oceanliner Pictures

Wir nutzen die Treppe auf das Sonnendeck und entdecken die bereits zuvor beschriebenen Lounge-Möbel im vorderen Schiffsteil. Die Terrasse kann bei Bedarf mit sechs Sonnenschirmen überspannt werden, was für Schattenplätze sorgt.

Foto: Oceanliner Pictures

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Da dieser Terrassenbereich um ein halbes Deck abgesenkt ist, was eine Nutzbarkeit auch bei Brückendurchfahrten möglich macht, gelangen wir über eine Treppe hinauf zum eigentlichen Sonnendeck.

Hochwertige Alu-Sonnenliegen sowie eine große Anzahl an Sitzgelegenheiten und Tischen laden ganztägig zum Relaxen ein. Ein Outdoor Putting Green sowie ein mittelgroßer Pool runden das Angebot an Deck ab.

Foto: Oceanliner Pitures

Foto: Oceanliner Pitures

Sonnensegel sorgen auch hier für großflächige Schattenbereiche. Der Pool ist beheizt, kann aber nicht als Whirlpool genutzt werden.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die klimatisierte und absenkbare Kommandobrücke der MS Anesha ist für ein Flusskreuzfahrtschiff relativ groß, Kapitän Patrick Deurloo nennt es den perfekten Arbeitsplatz. Er hat auch bereits das Kommando über unterschiedliche Fracht- und Binnenschiffe gehabt, „Die waren dagegen alle steinzeitlich ausgestattet und dimensioniert“, lässt er uns wissen.

Foto: Oceanliner Pictures

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Am Heck der MS Anesha führt eine Treppe hinunter auf das Oriondeck. Die schöne Heckbar mit Außenterrasse wird je nach Reiseroute zum à la carte-Restaurant. Die Fensterfronten sind komplett zu öffnen und schaffen einen traumhaft schönen Restaurant- und Barbereich.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die Kabinen der MS Anesha liegen alle außen, sind überaus komfortabel und luxuriös ausgestattet. Die Größe beträgt, abgesehen von den etwas größeren Suiten, einheitlich 17 m². Alle Kabinen auf dem Orion- und Saturndeck verfügen über einen französischen Balkon, die Kabinen auf dem Neptundeck über kleinere, nicht zu öffnende Fenster im oberen Kabinenbereich.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. Es stehen eine Nespresso-Kaffeemaschine, eine Minibar, Radio, Fön, Radio, individuell regulierbare Klimaanlage und ein überdurchschnittlich großer Flachbildfernseher zur Verfügung. Von den Betten aus bietet sich ein toller Blick auf die jeweilige Flusslandschaft. Die Duschen verfügen über Glastüren sowie eine sehr hochwertige Markenausstattung der Firmen GROHE und Villeroy & Boch. Besonders pfiffig – es gibt eine indirekte Nachtbeleuchtung, die angeschaltet bleiben kann und eine Lichtquelle zum Boden schafft. Die verwendeten Fliesen in Holzoptik stehen in einem tollen Kontrast zur weißen Badeinrichtung.

In allen Kabinen sowie diversen öffentlichen Bereichen befinden sich rote „Notfallknöpfe“, die betätigt werden können und auf der Brücke ein entsprechendes Signal auslösen. Eine klasse Einrichtung!

Foto: Oceanliner Pictures

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MS Anesha und das Geheimnis ihrer „verschobenen“ Decks

Im zentralen Foyer nutzen wir die Treppen hinunter auf das Neptundeck bzw. ein Zwischendeck davon. Was hat es aber nun genau auf sich mit dem enormen Platzangebot im Foyer?

In den Deckplänen befindet sich das Restaurant „Vier Jahreszeiten“ zwar auf dem darüber liegenden Saturndeck, das ist aufgrund der Neuanordnung der Decks im Vergleich zu den beiden Schwesterschiffen aber nicht mehr ganz korrekt. Genau im Bereich des Foyers sind alle Decks quasi um ein halbes Deck ineinander verschoben. Es fehlt ein Deck! Der daraus resultierende Effekt ist, dass man hinten volle vier Decks (3 Kabinen- und 1 Sonnendeck) zur Verfügung hat und vorne drei Decks! Neben dem bereits erwähnten Terrassenbereich, der um ein halbes Deck niedriger liegt als das Sonnendeck, finden wir die andere, „gewonnene“ Deckhälfte im Restaurant wieder. Während die Kabinen auf dem unteren Neptundeck über schmale Kabinenfenster verfügen, so hat das um ein halbes Deck höher gelegene Panorama-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ seinen Namen in der Tat verdient.

Foto: Oceanliner Pictures

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Viel Licht dringt durch die Fenster, die auch zu den Mahlzeiten (1 Tischzeit) eine hervorragende Sicht auf die Landschaft ermöglichen. Die Ausstattung des Restaurants ist luxuriös und hochwertig zugleich. Besonders angenehm ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die Tische relativ weit auseinander stehen und nicht das Gefühl von Enge entsteht. Aufstehen ist ohne „Anklopfen“ beim Nachbarn möglich und auch die Kellner servieren ohne ungewollte „Kontaktaufnahme“ zu den Reisegästen. Das gefällt!

Bevor wir nun unseren Rundgang über die MS Anesha abschließen, treffen wir die aus der Doku-Serie „Verrückt nach Meer“ bekannte Patisseriechefin Roberta, die sich auf den ersten Einführungsfahrten der MS Anesha für die Dessertkreationen verantwortlich zeigt. Der Küchenengel Roberta ist erstmals auf einem Flusskreuzfahrtschiff tätig, wurde eigens für die Einführung der MS Anesha von der Albatros hierher „verlegt“ und soll eigentlich gar nicht im Rampenlicht stehen. „Die Küche ist viel kleiner als auf der Albatros aber alles ist vorhanden“, antwortet sie uns in ihrer bekannten Liebenswürdigkeit auf die Frage wie ihr der derzeitige Arbeitsplatz gefällt. Roberta findet hier in unserem Bericht deshalb ihren eigenen Platz, weil wir einfach begeistert sind von ihren überragenden Fähigkeiten im Bereich der Patisserie.

Foto: Oceanliner Pictures

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Die Taufe in Bonn durch Taufpatin Nese Reitsma

Die feierliche Taufe fand am 26. Juni in Bonn statt. Taufpatin der MS Anesha ist Frau Nése Reitsma, Ehefrau von Robert Reitsma – beide Mitglieder der Reederfamilie. Die heutige Scylla AG (damals Scylla Tours) wurde am 03. September 1973 als Familienunternehmen von Andre und Martha Reitsma gegründet. Obwohl der Sitz der Scylla AG – der Name kommt übrigens aus der griechischen Mythologie und bedeutet „Meeresungeheuer“ – in Basel ist, stammt die Familie entgegen manchen Vermutungen aus den Niederlanden und nicht aus der Schweiz.

Foto: Oceanliner Pictures

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Pioniergeist hat die Familie Reitsma bereits zu Beginn der Firmengründung bewiesen, denn Andre Reistma kaufte einen Schlepper und ließ ihn zum Flusskreuzfahrtschiff – die „Scylla“ umbauen. An das aus heutiger Sicht eher rustikale Schiff erinnert beim Anblick der eleganten Silhouette der MS Anesha überhaupt nichts mehr. Familie Reitsma setzt zusammen mit dem Bonner Veranstalter Phoenix Reisen neue Maßstäbe bei den Flusskreuzfahrtschiffen auf dem deutschsprachigen Markt und bietet mit der MS Anesha ein echtes First-Class-Erlebnis unter dem Dach der Scylla AG.

Foto: Oceanliner Pictures

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Phoenix Reisen und die Familie Reitsma verbindet eine langjährige Partnerschaft, eigentlich eher eine enge Freundschaft. In das neue Flusskreuzfahrtschiff MS Anesha sind die Erfahrungen beider Unternehmen eingeflossen und schaffen somit ein ganz besonderes Flussreiseerlebnis. Johannes Zurnieden, der das Unternehmen Phoenix Reisen ebenfalls im Jahr 1973 gründete, sagt „Es ist das bisher schönste Flusskreuzfahrtschiff, welches nun unter der Flagge von Phoenix Reisen fahren wird.“ Auch Michael Schulze, Schiffsreisendirektor bei Phoenix Reisen, ist begeistert von den vielen Details der Inneneinrichtung, an denen Phoenix Reisen maßgeblich mitgewirkt hat, ohne dem Schiff dabei den unvergleichlichen Scylla-Charme zu nehmen.

• Bildergalerie zur Taufe der MS Anesha <Link>

Wir haben dem nichts mehr hinzu zu fügen und sind der Meinung, hier bekommt der Kunde ein echtes Premium-Produkt zu fairen Reisepreisen.

• Alle Bildergalerien zur MS Anesha (Innenaufnahmen, Außenaufnahmen, Taufe, Reise) <<Link>>

 

(Gastautor: Oliver Asmussen von kreuzfahrten-mehr)

http://www.schiffsjournal.de/phoenix-reisen-angebote/