10 Fragen an Schauspieler Siegfried Rauch – Ex-ZDF-Traumschiff-Kapitän Paulsen

Siegfried Rauch, ein Schauspieler den in Deutschland nahezu jeder Kreuzfahrer kennt. Über 15 Jahre war er der TV-Kapitän (Paulsen) in der erfolgreichen ZDF-Serie „Das Traumschiff“. Wir vom Schiffsjournal trafen den Oberbayer auf dem ehemaligen Traumschiff MS Berlin und hatten die Ehre, ihn unsere begehrten zehn Fragen stellen zu dürfen.

Foto: Oceanliner Pictures

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1. Herr Rauch, wie begann ihre Schauspielerkarriere und wie sind sie schließlich zum Traumschiff gekommen?

Wolfgang Rademann hat mich angerufen. Er suchte einen neuen Kapitän für die nächsten Traumschiff-Folgen und hatte 15 Schauspieler auf seiner Liste. Mir würde die Kapitänsmütze am besten stehen, sagte Rademann und fragte ob ich an dieser Rolle Interesse habe.

2. Angenommen aus Ihnen wäre kein Schauspieler geworden, wäre der Kapitän auf See für Sie aus heutiger Sicht eine Alternative gewesen?

Nein! Dieser Beruf ist aus meiner Sicht nicht familienfreundlich, mir wären die Zeitspannen der vielen Wochen auf See zu lang.

3. Blicken Sie einmal auf die Zeit als Kapitän Paulsen zurück. Was hat an dem Job Spaß gemacht und was waren die schönsten Erlebnisse in Zusammenhang mit den Dreharbeiten?

Die schönsten Erlebnisse hatten wir in den einzelnen Ländern mit dem Filmteam und der Bevölkerung. Die Dreharbeiten haben uns eine große Freude bereitet. Es ist schön, dass wir diese positive Stimmung ganz authentisch in den jeweiligen Traumschiff-Folgen zeigen konnten. Besonders fasziniert hat mich Botswana.

4. Haben Sie sich Tipps vom “echten” Kapitän der „Deutschland“ geholt und wie sah der Kontakt zwischen Ihnen aus?

Der Kontakt war stets bestens, Tipps kann man sich für eine Fernsehrolle als Kapitän nicht holen. Einem muss die Rolle liegen, man braucht auch Leidenschaft und eine väterliche Seite. Diese Eigenschaften kann man nicht lernen oder einfach nur spielen.

5. Worauf führen Sie den bis heute anhaltenden Erfolg der Traumschiffs-Serie zurück?

Das Traumschiff ist ein Fernsehformat ohne Mord und Totschlag, sondern ganz bewusst schon immer ein Fernsehmärchen für die ganze Familie gewesen. Natürlich wird dort nicht die Realität an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gezeigt, aber genau das wollen die Zuschauer, genau das ist der Unterschied zu Fernsehreportagen und anderen Formaten.

Ich wurde einmal gefragt, warum in den Traumschiff-Folgen immer nur strahlender Sonnenschein und bestes Wetter zu sehen ist.

6. In ihrer letzten Folge haben Sie schließlich mit dem Motorrad die „Deutschland“ verlassen. Ist Ihnen dieser Abschied nach 15 Jahren Kapitän Paulsen schwer gefallen?

Nein, es ist mir nicht schwer gefallen, man sollte aufhören wenn es am schönsten ist. Die Rolle hat sich im Laufe der Jahre verändert und uns sind auch die Destinationen ausgegangen. Es waren wunderbare 15 Jahre.

7. Wie stehen sie zum Traumschiffwechsel (von MS „Deutschland“ auf MS „Amadea“) und haben Ihnen die ersten zwei neuen Folgen gefallen?

Ich kenne die Amadea nicht persönlich, habe auch die zwei neuen Folgen nicht gesehen. Meiner Frau haben sowohl die Amadea als neues Traumschiff als auch die neuen Folgen gefallen.

8. Was macht ein Siegfried Rauch bzw. Kapitän Paulsen nun nach der Fernsehkarriere im Ruhestand?

Ruhestand und Stillstand gibt es bei mir nicht. Ich habe Gastauftritte, Lesungen und fühle mich in meiner Rolle der Arztserie „Bergdoktor“ sehr wohl. Außerdem spiele ich gerne Golf und habe Freude am Malen.

9. Aktuell kreuzen Sie auf der MS Berlin von FTI Cruises, auch ein ehemaliges TV-Traumschiff. Welcher Platz ist an Bord Ihr Lieblingsplatz und was haben Sie nun auf dieser Reise geplant?

Da ich die Ziele alle schon kenne, habe ich kein spezielles Programm geplant. Ich möchte mich entspannen, gehe zum Golfspielen und an den Strand. Der schönste Platz an Bord der MS Berlin ist für mich der offene Heckbereich am Verandah-Buffet.

10. Vervollständigen Sie bitte folgende Sätze:

Mein Buch “Käpt’ns Dinner“… richtet sich an jene Leser, welche die Traumschiff-Serien mögen.

Ein wahres Traumschiff… muss etwas “Schiffiges” und Maritimes haben. Ein Traumschiff sollte zudem über offene Decks verfügen und darf nicht zu groß sein. Ich bin kein Liebhaber der neuen und großen Megaliner.

Kreuzfahrten sind für mich… entspanntes Reisen ohne Stress und versprühen Seefahrtromantik.